Neue Tools

Instagram geht gegen Mobbing und Hass auf der Plattform vor

© Marco Saal
Instagram hat heute zwei neue Funktionen vorgestellt, mit denen das soziale Netzwerk gegen Mobbing und Hasskommentare auf der eigenen Plattform vorgehen will. Der neue Instagram-Chef Adam Mosseri, der bereits Anfang des Jahres ankündigte, im Kampf gegen Online-Mobbing eine Vorreiterrolle einnehmen zu wollen, bekräftigt nun sein Vorhaben erneut.
Konkret geht es um die zwei neuen Funktionen mit den Namen Kommentarwarnungen und Einschränkungen. Bei ersterem informiert Instagram künftig einen Nutzer noch vor dem Versenden eines Kommentars, dass dieser möglicherweise als beleidigend aufgefasst werden könnte (siehe unten). Dahinter steckt eine Künstliche Intelligenz, die den noch unversendeten Kommentar in Echtzeit analysiert. Noch ist diese Funktion nur auf Englisch verfügbar, weitere Sprachen sollen laut Instagram aber folgen.


Instagram warnt Nutzer künftig vor beleidigenden Kommentaren
© Instagram
Instagram warnt Nutzer künftig vor beleidigenden Kommentaren
In ersten Tests habe Instagram eigenen Angaben zufolge bereits sehen können, dass Nutzer ihre Kommentare abmildern beziehungsweise doch nicht verschicken, wenn sie vorher gewarnt werden und eine Chance bekommen, über ihren Text nachzudenken.

Bei den sogenannten Einschränkungen (siehe Bild unten) sollen sich Instagram-Nutzer künftig vor unerwünschten Kommentaren schützen, indem sie die Personen, von denen die beleidigenden Kommentare stammen, einschränken. Wird ein Nutzer eingeschränkt, sind Kommentare dieser Person in Beiträgen nur für die Person selbst und den Accountinhaber, der den Kommentar erhält, sichtbar. Eingeschränkte Personen können zudem nicht mehr sehen, wenn der Accountinhaber bei Instagram aktiv ist oder ihre Direct-Nachrichten gelesen hat.


Instagram lässt jetzt Accounts "einschränken"
© Instagram
Instagram lässt jetzt Accounts "einschränken"
Hinter den beiden neuen Funktionen steckt das Vorhaben des neuen Instagram-Chefs Adam Mosseri, die Plattform sicherer vor Anfeindungen zu machen. "Wir wissen, dass viele Menschen Bullying ausgesetzt sind – besonders unsere jungen Nutzer", schreibt Mosseri in einem Blogbeitrag. "Wir sind dafür verantwortlich, eine sichere Umgebung auf Instagram zu schaffen. Dies liegt uns schon seit längerer Zeit sehr am Herzen, und wir tätigen weitere Investitionen, um dieses Problem besser zu verstehen und angehen zu können."

Adam Mosseri war lange Zeit für den Newsfeed von Facebook verantwortlich - das Herzstück von Facebook, in dem die Nutzer tagtäglich die neuen Beiträge sehen. Er ging anschließend als Produktchef zu Instagram und übernahm im Oktober 2018 den Chefposten, nachdem die beiden Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger ihren Rückzug aus dem Unternehmen bekannt gaben. Laut Medienberichten gab es Differenzen mit der Facebook-Führung über die Strategie. Zudem seien die beiden auch unzufrieden darüber gewesen, dass Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg immer mehr bei Instagram mitmischen wollte. ron
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