Neue Salesstruktur

Wie Seven-One Media mehr Werbeerlöse erwirtschaften will

Thomas Port steht der neuen Client-Säule in SOMs Vertriebsstruktur vor
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Thomas Port steht der neuen Client-Säule in SOMs Vertriebsstruktur vor
Im Dezember letzten Jahres stellte Pro Sieben Sat 1 seine neue Konzernstruktur vor, basierend auf den drei Säulen Entertainment, Content Production & Global Sales und Commerce. Nun endlich folgt auch der längst überfällige Umbau des Sales-Bereichs.

Die wichtigste Neuerung: TV und Digital kommen künftig aus einer Hand. Es ist ein Modell, das beim Konkurrenten IP Deutschland schon seit 2015 im Einsatz ist. Thomas Wagner, Vorsitzender der SOM-Geschäftsführung, und Digitalchef Thomas Port führen hierzu ihre jeweiligen Teams zusammen. „Wir bündeln sämtliche Sales-Aktivitäten des Konzerns im Werbemarkt innerhalb der Seven-One Media“, erklärt Wagner. Werbungtreibende Unternehmen und Agenturen haben damit künftig jeweils einen Ansprechpartner, der sie in allen Belangen und für alle Produkte beraten soll.

Der Umbau betrifft auch die Seven One Ad Factory. Die 2009 gegründete Unit ist für integrierte Kampagnen und für crossmediales Storytelling zuständig. Diese Sonderwerbeformen sollen nun gleichfalls über die SOM selbst vermarktet werden. Verstärkung bekommt die hauseigene Kampagnenschmiede durch die Schwesterfirmen Pro Sieben Sat 1 Licensing und Starwatch Entertainment, die enger an die Ad Factory heranrücken und ihre Themenbereiche rund um Events, Künstler und Musik mit den Werbeprodukten verzahnen. Autark agieren hingegen weiterhin die Tochterfirmen 7Screen als Vermarkter digitaler Außenwerbung (DOoH) sowie Marktguru als Spezialist für digitale Werbeprospekte.

Eine weitere Neuerung: Der Konzern splittet seine Vertriebsaktivitäten nach Agenturen und Werbungtreibenden auf. Im Fokus der neuen „Client-Betreuung“ stehen die Unternehmen. Direct Deals will SOM damit aber nach eigener Aussage nicht einfädeln: „Wir wollen keinesfalls die Agenturen umgehen“, betont Port, der die neue Vertriebssäule verantwortet. Vielmehr gehe es darum, in den direkten Dialog mit den Unternehmen zu gehen, ihre Kommunikationsbedürfnisse kennenzulernen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Geplant ist ein konzeptionell getriebener Sales, der innovative Werbeformen und datenbasierte digitale Produkte sowie eine umfassende Beratung bei Marketingstrategien und Ad-Technologie bieten will.

Überfällig war der Umbau schon längst. Mit 1,051 Milliarden Euro lag der Werbeumsatz bei Pro Sieben Sat 1 - der wichtigsten Ertragssäule des Konzerns - im 1. Halbjahr 2018  2 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, im 2. Quartal betrug das Minus sogar 4 Prozent. Schon 2017 hatte Pro Sieben Sat 1 die Aufstellung des Vermarkters als nicht mehr zeitgemäß identifiziert. Die Umstrukturierung soll es Werbungtreibenden nun erleichtern, wieder bei dem Vermarkter zu buchen. vg

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