Neue #besonderehelden-Parodie

Jan Böhmermann knöpft sich das Nazi-Problem bei der Polizei vor

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Der Protagonist in der zweiten Böhmermann-Parodie zu #besonderehelden: Eisernes Kreuz für die Heldentaten im Winter 2020
© ZDF
Der Protagonist in der zweiten Böhmermann-Parodie zu #besonderehelden: Eisernes Kreuz für die Heldentaten im Winter 2020
Die #besonderehelden-Kampagne der Bundesregierung war das meistdiskutierte Thema der vergangenen Woche - auch dank der bitterbösen Parodie von Jan Böhmermann, der statt der Corona-Pandemie die Flüchtlingskrise in Europa thematisiert. Am Freitagabend hat der Satiriker in seinem "ZDF Magazin Royale" noch einen zweiten Clip nachgelegt, in dem er sich einem anderen brisanten Thema widmet: rechtextremen Netzwerken bei der Polizei.
Wie schon in der ersten Parodie stellt Böhmermann in dem Clip mit Hilfe eines Schauspielers und Originalsequenzen aus #besonderehelden die Kampagne der Bundesregierung detailgetreu nach. Doch statt vom Corona-Winter 2020, in dem junge Menschen durchs Zuhausebleiben zu Helden werden, erinnert sich der Protagonist aus der Zukunftsperspektive an seine "Heldentaten" im Polizeidienst, für die ihm "dieses Stück Eisen" - ein Eisernes Kreuz - verliehen wurde.

Er spricht davon, wie er als "SS-Tobi" von Zuhause aus "lustige Hakenkreuz-Memes für unsere Polizeiwachen-WhatsApp-Gruppe" gebastelt und "Drohfaxe an türkische Anwältinnen" geschickt habe. Zudem erinnert er an Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier, der vor wenigen Tagen wegen des Kaufs einer Handfeuerwaffe aus rechtsextremen Kreisen zurücktreten musste. Am Ende kommt der Erzähler zu dem Schluss, dass 2020 alle Polizisten Nazis sein konnten - und umgekehrt. Denn keiner habe etwas dagegen unternommen.

Nach dem ersten Clip, in dem Satiriker Böhmermann die europäische Flüchtlingskrise und die Tatenlosigkeit von Bundesregierung und EU adressierte, legt er den Finger nun also bei einem anderen Thema, das Deutschland 2020 beschäftigte, in die Wunde: den sich häufenden Fällen von Rechtsextremismus bei der Polizei. Wie schon der erste "Gemeinsam NICHTS tun"-Clip darf auch der zweite als Kritik an der Politik verstanden werden, die bei gewissen Themen weniger konsequent handelt als etwa in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Beim jungen Publikum in den sozialen Netzwerken kommen die Parodien einmal mehr sehr gut an. Und auch bei den TV-Zuschauern findet die neue Böhmermann-Show im Hauptprogramm des ZDF Anklang: Die dritte Ausgabe des "ZDF Magazin Royale" sahen am vergangenen Freitag ab 23:05 Uhr insgesamt 2,42 Millionen Menschen, was 12,7 Prozent Marktanteil entspricht. Bei der Premieream 6. November waren im Schnitt 2,38 Millionen Zuschauer dabei, am 13. November dann 2,47 Millionen. tt
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