Netflix, Disney+ und Co

So hoch liegt die Schmerzgrenze der Deutschen beim Preis von Streaming-Abos

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Viele der Streaming-Nutzer sind offen für Werbung
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Viele der Streaming-Nutzer sind offen für Werbung
Die deutschen Abonnenten von Netflix, Amazon Prime Video, Joyn und Co haben eine klar definierte Schmerzgrenze, wenn es um den monatlichen Preis der Streaming-Abos geht: 83 Prozent der Befragten einer Studie des Tech-Unternehmens The Trade Desk geben an, dass sie bereit sind, bis zu 20 Euro für ein oder mehrere Abos auszugeben. Auch was mögliche Werbung bei den Anbietern betrifft, liefert die Umfrage interessante Erkenntnisse.
Für die Umfrage, die im April zusammen mit dem Marktforscher Appinio durchgeführt hat, hat The Trade Desk insgesamt 1005 deutsche Verbraucher ab 18 Jahren zu ihren Streaming-Gewohnheiten und der Akzeptanz von Werbung befragt. Während mit 83 Prozent der überwiegende Teil der Probanden bis zu 20 Euro im Monat für ihr(e) Streamingabo(s) ausgeben, liegt das Budget der 18- bis 34-Jährigen noch etwas darunter: 67 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe wollen nicht mehr als 15 Euro pro Monat für Streamingdienste ausgeben.


Was Werbung bei Netflix, Amazon Prime Video und Co angeht, zeigen sich die Deutschen generell offen: So würden 84 Prozent der Befragten Werbeeinblendungen akzeptieren, wenn sich dadurch die Abo-Kosten reduzieren. Wenn die Nutzer die Wahl zwischen einem werbefinanzierten und einem werbefreien Abo-Modell hätten, würden 51 Prozent sich für jenes mit Werbung entscheiden, wenn dadurch das Angebot günstiger oder gar kostenfrei werden würde.

Wenig überraschend ist der Bedarf nach neuem Content bei den Streaming-Anbietern gestiegen - schließlich war der April die Hochzeit des Corona-Lockdowns. So haben laut der Umfrage im Befragungszeitraum 47 Prozent der Probanden ein neues Abo abgeschlossen. Zudem haben der Aufhebung der Beschränkungen nur 21 Prozent vor, ihre Abos wieder zu kündigen. Neben den bezahlpflichtigen Anbietern wie Netflix, Amazon und Disney+ verzeichnen auch kostenlose Dienste wie Zattoo, Pluto TV, Samsung TV Plus und Rakuten TV einen Zuwachs von 11 Prozent in Zeiten der Pandemie.
„Um weiterhin den beliebtesten Content anbieten zu können, ist eine Co-Finanzierung durch Werbung in Streaming-Plattformen nur eine Frage der Zeit.“
Sven Hagemeier
"Der Streaming-Markt scheint allmählich an seine Sättigungsgrenze zu gelangen, was den Wettbewerbsdruck der Anbieter erhöht", fasst Sven Hagemeier, Director Inventory Partnerships EMEA bei The Trade Desk, zusammen. "Um weiterhin den beliebtesten Content anbieten zu können, ist eine Co-Finanzierung durch Werbung in Streaming-Plattformen nur eine Frage der Zeit."


Für Hagemeier profitieren die Anbieter dann von der generellen Offenheit der Nutzer für Werbung, wenn sie es schaffen, relevante Anzeigen in angemessener Frequenz auszuspielen: "Datengetriebene Aussteuerung von digitaler Werbung ermöglicht dies beispielsweise im Connected TV - ein klarer Vorteil gegenüber dem linearen TV." Dennoch bleibe auch lineares TV ein wichtiger Reichweitenbringer. "Die inkrementelle Reichweite aber können nur digitale Kanäle effektiv bieten, weshalb es sich für Unternehmen lohnt, jetzt auch diese Kanäle für ihre Werbestrategien zu erschließen", so Hagemeier. tt
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