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Deutsche geizen bei Streamingdiensten

Für Videostreaming wollen die Deutschen nicht tief in die Tasche greifen
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Für Videostreaming wollen die Deutschen nicht tief in die Tasche greifen
Wenn es um kostenpflichtige Videostreaming-Dienste geht, sitzen die Deutschen auf ihrem Geldbeutel. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Statista und nextMedia.Hamburg hervor. Demnach ist knapp die Hälfte der Bundesbürger nicht dazu bereit, mehr als fünf Euro für die Angebote zu zahlen. Und wenn sie schon für Netflix & Co ins Portemonnaie greifen, wollen sie die bezahlten Inhalte vor allem werbefrei genießen.
Immerhin: Etwas mehr als ein Drittel der Deutschen ist bereit, einen Preis zwischen fünf und 15 Euro pro Monat für Videostreaming hinzublättern. In dieser Preisspanne liegen auch die beiden Branchenriesen Netflix und Amazon Prime Video. Nur noch 13 Prozent halten eine Zahlung zwischen 15 und 25 Euro für angemessen. Mehr als 25 Euro würden nur noch fünf Prozent der Deutschen auf sich nehmen.


Die Ergebnisse stammen aus einer Studie im Auftrag der Initiative nextMedia.Hamburg, für die Statista zwischen dem 7. und 12. Januar insgesamt 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt hat. Dem Auftraggeber zufolge sind die Ergebnisse repräsentativ für die deutsche Bevölkerung. Die Ergebnisse werden heute im Vorfeld des zehnten newTV Kongress, Hamburgs größter Bewegtbild-Konferenz, präsentiert.

Die geringe Zahlungsbereitschaft deckt sich mit der Erkenntnis, dass 59 Prozent der befragten Nutzer genau einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst in Anspruch nehmen und von zusätzlichen Abonnements absehen. Entgegen einer weitverbreiteten Vermutung nutzt nur jeder dritte Konsument zwei kostenpflichtige Streaming-Services gleichzeitig. Der Anteil der Nutzer, die insgesamt drei Streaming-Services nutzen, liegt bei acht Prozent, mehr als drei Streaming-Dienste nutzt nahezu niemand. Schlechte Nachrichten für Werbungtreibende: Wenn die Deutschen Netflix und Co abonniert haben, legen sie der Studie zufolge großen Wert darauf, die Inhalte werbefrei genießen zu können. Für 35 Prozent der Befragten kommt  Werbung bei der Nutzung von kostenpflichtigen Streaming-Diensten überhaupt nicht infrage. Weitere 41 Prozent würden nur gegen eine Vergünstigung von mindestens 50 Prozent Werbung akzeptieren. Geringe Vergünstigungen bis zehn Prozent sind für die meisten hingegen kein Grund, Werbung zu akzeptieren.


Bislang sind die beiden Marktführer Netflix und Amazon weitestgehend werbefrei. Beide Dienste experimentieren zwar mit Werbeclips, allerdings werden darin eigene Inhalte beworben. Einkaufen können sich Unternehmen dort nicht. Erst vor wenigen Wochen hatte der Sportstreamingdienst DAZN angekündigt, fortan auch Werbeclips zu senden - etwa von Tipico oder Warsteiner. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Unterbrecherwerbung wie im linearen TV, sondern um kurze Spots vor oder nach den Übertragungen. ron
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