Nachrichtennutzung in der Pandemie

Das Vertrauen in Medien steigt - doch Fake News bereiten weiter Sorgen

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Fake News bleiben ein Problem - vor allem in den sozialen Netzwerken
© IMAGO / Science Photo Library
Fake News bleiben ein Problem - vor allem in den sozialen Netzwerken
Die Corona-Pandemie hat das Verlangen nach Nachrichten in der Bevölkerung drastisch gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Verbraucherstudie von Verizon Media. Demnach verbringen 79 Prozent der Deutschen mehr Zeit mit Medienkonsum als vor der Pandemie. 80 Prozent konsumieren News sogar mindestens einmal täglich. Und: Das Vertrauen in den Journalismus steigt wieder.
Für die Studie hat Verizon Media zusammen mit Alligator Research je 2000 national repräsentative Erwachsene im Alter von über 16 Jahren aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Brasilien sowie je 1000 Erwachsene aus Schweden und Dänemark befragt. Neben dem signifikanten Anstieg des Medienkonsums im Vergleich zur Zeit vor Corona greifen 29 Prozent der Befragten aus Deutschland auch auf eine höhere Anzahl von Quellen als vorher zurück.

Die am häufigsten genutzte Nachrichtenquelle ist dabei das Fernsehen (78 Prozent), gefolgt von Online-Medien (Newsseiten und -aggregatoren, 63 Prozent). Zeitungen lesen knapp die Hälfte der Deutschen (47 Prozent), ähnlich viele informieren sich über Gespräche mit Familien und Freunden (49 Prozent). Auf soziale Netzwerke (34 Prozent) und Messaging-Apps (21 Prozent) greifen deutlich weniger Deutsche zurück.

Eine weitere wichtige Erkenntnis: Die meisten Gattungen erhalten in puncto Vertrauenswürdigkeit von den Befragten hohe Zustimmungswerte über 80 Prozent: Am meisten vertrauen die Deutschen den Radiosendern (89 Prozent), TV-Nachrichten (88 Prozent), Gespräche mit Freunden und Familie (85 Prozent), Zeitungen (84 Prozent) und Online-Nachrichten (83 Prozent) folgen dahinter. Weniger als die Hälfte haben dagegen Vertrauen in soziale Medien (45 Prozent) und Messaging-Apps (39 Prozent). Dazu gaben 70 Prozent an, Probleme bei der Unterscheidung richtiger und falscher Information zu haben.
„Es ist deutlich erkennbar, dass Fake News immer mehr Verbrauchern Kopfzerbrechen bereiten.“
Maximilian Weigel
"Es ist deutlich erkennbar, dass Fake News immer mehr Verbrauchern Kopfzerbrechen bereiten", sagt Maximilian Weigel, Managing Director Germany von Verizon Media. "Vor allem in Krisensituationen wünschen sich die Menschen vertrauenswürdige Informationen und setzen daher eher auf die traditionellen journalistischen Medien und ihre persönlichen Kontakte. Dieser Fokus war besonders zu Beginn der weltweiten Pandemie zu beobachten und hat auch dazu geführt, dass viele Menschen insgesamt mehr Nachrichten konsumiert haben."

Die Studienergebnisse zeigen ebenfalls, wie wichtig es für Marken ist, sich mit ihrer Werbung in vertrauenswürdigen Nachrichtenumfeldern zu bewegen und Haltung zu zeigen. So erwarten fast zwei Drittel der Befragten, dass Marken in Zeiten der Ungewissheit oder sozialer Brüche mit gutem Beispiel vorangehen und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausüben. "Die Verbraucher schreiben Unternehmen eine immer größere Verantwortung innerhalb der Gesellschaft zu und orientieren ihre Kaufentscheidungen zunehmend an den Werten, die eine Marke nach außen trägt", so Weigel. tt
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