Nachfolger von Werner D’Inka

FAZ macht Carsten Knop zum Herausgeber

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Carsten Knop wird in das Herausgebergremium der FAZ berufen
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Carsten Knop wird in das Herausgebergremium der FAZ berufen
Rund 30 Jahre lang hat Werner D’Inka bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gewirkt. Ende März ist Schluss. Dann verabschiedet sich der inzwischen 65-Jährige in den Ruhestand. Seinen Posten im Herausgebergremium der FAZ, in dem D’Inka seit 2005 die Rhein-Main-Zeitung verantwortet, übernimmt mit Carsten Knop ein Journalist, der beinahe genauso lang für die renommierte Tageszeitung arbeitet. Und mit dessen Wechsel nun ein interner Umbau verbunden ist. Denn Knops aktuelle Funktion - seit Anfang 2018 ist er Chefredakteur Digitale Produkte - wird nicht mehr nachbesetzt.
Wie die FAZ mitteilt, wird Knop Anfang April in das Herausgebergremium der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eintreten, dem neben dem scheidenden Werner D’Inka derzeit auch Jürgen Kaube, Berthold Kohler und Gerald Braunberger angehören. Der Posten des Chefredakteurs Digitale Produkte entfalle, teilt die FAZ mit. 


Was in Zeiten des digitalen Wandels zunächst tollkühn erscheint, ist in Wahrheit gar nicht so wild. Grund: Anders als bei den meisten Zeitungen üblich, sind die Herausgeber bei der FAZ in hohem Maße operativ tätig und mischen kräftig im Tagesgeschäft mit - auch als Autoren. In welchem Ausmaß die Herausgeber das operative Geschäft prägen, zeigt auch der Umstand, dass die Ressortleiter den Herausgebern unterstellt sind. Sieht man einmal von Knops aktueller Funktion als Chefredakteur Digitale Produkte ab, gibt es bei der FAZ keine klassischen Chefredakteure.

Für Knop dürfte sich also gar nicht so viel ändern. Zwar wird er sich als Nachfolger von D’Inka künftig auch um die Rhein-Main-Zeitung kümmern dürfen. Gleichwohl soll er auch in seiner neuen Rolle die digitalen Aktivitäten des Hauses koordinieren. Mit seiner Berufung unterstreiche das Medienhaus daher auch "die strategisch große Bedeutung", die sowohl die digitale Transformation als auch die Präsenz in der Rhein-Main-Region für den Titel habe, teilt die FAZ mit. 


Knop kennt die FAZ wie seine Westentasche - und sie ihn. Nachdem er von 1993 an sein Volontariat bei der FAZ absolviert hatte, trat er 1996 in die Wirtschaftsredaktion ein. Von 1999 bis 2003 berichtete er als Wirtschaftskorrespondent aus Amerika und verfolgte das Geschehen im Silicon Valley. Nach der Rückkehr in die Frankfurter Zentrale verantwortete er die Unternehmens- und drei Jahre lang bis Ende 2017 auch die Wirtschaftsberichterstattung. Anfang 2018 stieg er zum Chefredakteur Digitale Produkte auf. 

Verabschiedet sich in den Ruhestand: Werner D’Inka
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Verabschiedet sich in den Ruhestand: Werner D’Inka
Werner D’Inka wird mit warmen Worten verabschiedet. Dieser habe die FAZ "mit großem Engagement, Klugheit und Geschick über viele Jahre mitgestaltet", sagt Aufsichtsratschef Andreas Barner. "Für die hohe Qualität seiner eigenen Beiträge und die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit möchte ich mich im Namen des gesamten Aufsichtsrates herzlich bedanken." mas
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