Nachfolge geklärt

Julia Encke folgt Claudius Seidl an die Spitze des FAS-Feuilletons

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Julia Encke steigt bei der FAS auf
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Julia Encke steigt bei der FAS auf
Was auch immer die FAZ daran hindern mag, sich zu Claudius Seidls Vertragsende und seiner Nachfolge an der Spitze des Feuilletons der FAS zu äußern: Die Spekulationen können enden. Im Impressum steht als neue Verantwortliche Julia Encke.
Als feste freie Mitarbeiterin schrieb Julia Encke von 2005 an für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Seit Juni 2015 ist sie dort Literaturchefin, nun rückt sie auf zur Chefin des Feuilletons. Damit ist die Nachfolge von Claudius Seidl geklärt.


Er hat, wie HORIZONT am vergangenen Dienstag berichtete, die Ressortleitung nach einem Arbeitsrechtsprozess zum 31. August abgegeben. Nach 19 Jahren an der Spitze des FAS-Feuilletons hat er sich mit der FAZ darauf geeinigt, stattdessen künftig Filmkritiken zu schreiben. Auch ist er nicht mehr Redaktionsleiter von Frankfurter Allgemeine Quarterly. Das Magazin wird Enckes Ehemann Rainer Schmidt fortan allein verantworten (siehe Update). Encke, Jahrgang 1971, begann ihre journalistische Laufbahn bei der FAZ, bevor sie zur Süddeutschen Zeitung ging und 2005 zur FAS. 2010 war sie Juryvorsitzende des Deutschen Buchpreises. Darüber hinaus schrieb sie Bücher über Michel Houellebecq und  „Charisma und Politik – Warum unsere Demokratie mehr Leidenschaft braucht“. 2018 wurde sie von der Jury des Medium Magazins als Kulturjournalistin des Jahres ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede plädierte sie dafür, das Recherchieren, auch die investigative Recherche, nicht anderen Ressorts zu überlassen. Das Feuilleton dürfe sich nicht allein aufs Reflektieren, Urteilen und Meinen beschränken.
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Mag sich die FAZ zu Enckes Aufstieg auf den Posten der Feuilletonchefin der FAS noch immer ausschweigen: In der gestern erschienenen Sonntagszeitung stand sie mit ihrem Namen bereits als Verantwortliche im Impressum. usi

Update:
Am Montagmorgen bestätigte die FAZ die Personalien. Zur Begründung wird Herausgeber Jürgen Kaube zitiert: "Für Zeitungen ist und war es seit jeher entscheidend, sich zu erneuern und eingefahrene Bahnen zu verlassen." Aus der Mitteilung geht außerdem hervor, dass die Ko-Leitung des Magazins Frankfurter Quarterly - anders als es zunächst den Anschein und HORIZONT berichtet hatte -  aufgelöst ist. Rainer Schmidt führt die Redaktion künftig allein.
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