Nach Vorstoß von Stefan Aust

So reagiert Jan Böhmermann auf die einstweilige Verfügung gegen RAF-Satireplakat

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© IMAGO / Future Image
Viel Wirbel um Satire: Jan Böhmermann veröffentlichte vor Wochen in seiner Sendung "ZDF Magazin Royale" ein fiktives Fahndungsplakat mit der nicht ganz ernst gemeinten Botschaft, die FDP sei die neue RAF. Welt-Herausgeber Stefan Aust ist auch auf dem Plakat zu sehen und wehrt sich nun juristisch dagegen. Böhmermann selbst hat inzwischen auf die einstweilige Verfügung von Aust reagiert.
Ende November erklärte Jan Böhmermann die FDP und einige Journalisten in einem satirischen Beitrag in seinem "ZDF Magazin Royale" zur neuen RAF - und unterstützte das Ganze mit einem fiktiven Fahndungsplakat. Alles Satire versteht sich – das verdeutlichte ein Hinweis zu Beginn der Sendung.

Im Stil eines RAF-Fahndungsplakats aus den 1970er Jahren und mit der Überschrift „Linksradikale Gewalttäter – Lindner/Lehnfeldt-Bande“ reihen sich Schwarz-weiß-Bilder der FDP-Politiker und Journalisten aneinander. So ist zum Beispiel statt Andreas Baader Finanzminister Christian Lindner abgebildet und neben dem FDP-Politiker ein angebliches Foto von Stefan Aust. Der Welt-Herausgeber leitete nun rechtliche Schritte ein und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen das Plakat. Das Oberlandesgericht Hamburg bestätigte gegenüber dem Spiegel: "Sowohl in der Verkündung der Sendung als auch in der Sendung selbst wurde eine Fotocollage gezeigt im Stil eines Fahndungsaufrufs aus den Siebzigerjahren – überschrieben mit 'Linksradikale Gewalttäter – Lidner/Lehnfeld-Bande'. Das umstrittene Bild ist mit der Unterschrift 'Aust, Stefan Reinhard, 1.7.47 Stade' unterzeichnet."

Doch es gibt ein Problem an der Sache: "Die Fotografie zeigt nicht Stefan Aust, sondern den Schauspieler Volker Bruch, der im Film 'Der Baader Meinhof Komplex' Stefan Aust gespielt hat", so das Oberlandesgericht Hamburg weiter.

Auf seinem Twitter-Account veröffentlichte Böhmermann das Plakat bereits vor der Sendung mit der Unterschrift: "Für Hinweise, die zur Ergreifung der Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 100.000 DM ausgesetzt." In der Sendung wurde dann deutlich, dass es sich bei dem Plakat um einen Teil eines satirischen Beitrags und keine Investigativrecherche handelt.

Im Anschluss an die Sendung, in denen der Moderator Indizien für seine Satire vorgestellt hatte, reagierten Twitter-Nutzer mit geteilter Meinung. Einige bestärkten Böhmermann und fanden, er habe "wieder mal exakt den richtigen Knopf gedrückt". Andere schrieben, seine Aktion ginge zu weit und könne nicht mehr als Satire gelten.

Heute dann meldete sich Böhmermann in gewohnt humorvoller Manier zur juristischen Reaktion von Aust. Auf Twitter postete der Moderator: "Der Freiheitsterror geht immer weiter: Auch der #RAFDP-Protestsong 'Macht kaputt, was Euch kaputt macht!' wurde jetzt von WeLT-Rädelsführer Stefan Aust per Verfügung des Comedyoberlandesgericht Hamburg bei YouTube gelöscht." jl
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