Nach Sender-Kündigungen

Zukunft von Rundfunk-Institut bleibt offen

   Artikel anhören
Die Zukunft des IRT steht auf der Kippe
© IRT
Die Zukunft des IRT steht auf der Kippe
Die Zukunft des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) der öffentlich-rechtlichen Sender ist weiter unklar. Auf einer Gesellschafterversammlung am Donnerstag gab es noch keine abschließende Entscheidung. Das Forschungszentrum in München teilte am späteren Abend nach der Sitzung mit: "In einem engen Zeitraum wird weiterhin mit Hochdruck an der Möglichkeit einer Fortführung gearbeitet. Der Ausgang ist offen."
Hintergrund der unsicheren Zukunft des Instituts und das drohende Aus sind Kündigungen der Gesellschafter, angefangen mit dem ZDF im Dezember 2019. Danach folgten weitere. Nach Institutsangaben kündigten alle Sender im Dezember ihr Gesellschafterverhältnis auf. Die Frist läuft Ende des Jahres ab.


Die 14 Gesellschafter sind: In Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle, sowie ORF in Österreich und SRG in der Schweiz. Das IRT wurde 1956 gegründet. Das als GmbH geführte Institut forscht zu Rundfunk- und Medientechnik. Rund 100 Mitarbeiter sind am IRT beschäftigt, darunter viele Ingenieure. Sie entwickeln in Kooperation mit den Gesellschaftern, Industrie und anderen Forschungseinrichtungen technische Lösungen. Zum Beispiel zählen Bereiche wie drahtlose Produktionstechnik oder der Netzstandard der 5. Generation (5G), um etwa Übertragungen zu verbessern, dazu. 

Vom ZDF hieß es auf Anfrage am Donnerstagnachmittag: "Wir haben im ZDF schon seit langem die Auffassung, dass das IRT nicht wie bisher weiter betrieben, sondern in einen großen Forschungsverbund integriert werden sollte." Diese Position sei allen Gesellschaftern und dem IRT seit langem bekannt gewesen. "Diese Integration ist jedoch trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen. Nachdem dies deutlich wurde, hat das ZDF sich entschlossen, seine Mitgliedschaft zu kündigen." 


In den vergangenen Jahren geriet das Forschungszentrum wegen eines Patentstreits in die Schlagzeilen, der vor Gericht mit einem Vergleich und Schadenersatz in Millionenhöhe endete. Die Vorwürfe hatten sich gegen einen Patentanwalt, der das Institut beraten hatte, gerichtet: Er soll in die eigene Tasche gewirtschaftet und das Institut um Patenterlöse in Millionenhöhe gebracht haben.
 dpa
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats