Nach Fusion

Wie MDR Media den Markt aufrollen will

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Boris Lochthofen (l.) und Reinhard Hild haben mit MDR Media viel vor
© MDR Media (l.); Eric Kemnitz (r.)
Boris Lochthofen (l.) und Reinhard Hild haben mit MDR Media viel vor
Der MDR hat seine beiden Tochterunternehmen MDR Werbung und der Drefa Medien Holding am 1. September zur MDR Media fusioniert. Das neue Unternehmen will vom Standort Erfurt aus im mitteldeutschen Markt nicht nur Werbung, sondern auch zusätzliche Dienstleistungen verkaufen. Im HORIZONT-Doppelinterview erklären Boris Lochthofen, Sprecher der Geschäftsführung, und Reinhard Hild, Geschäftsleiter Verkauf-Kommunikation, weshalb sie außerdem die DAB+ Radiokombi Deutschland in ihre Vermarktung aufgenommen haben und wie sie mit der privaten Konkurrenz umgehen wollen.
Am 1. September sind die MDR Werbung und die Drefa-Holding zur MDR Media verschmolzen. Die Fusion eines Werbevermarkters und eines Konglomerats an Produktions- und Technikfirmen wirkt nicht so, als sei zusammengewachsen, was zusammen gehört. War das Ganze also eher eine politische Entscheidung des MDR zur Stärkung des Standorts Thüringen?
Boris Lochthofen: Es stimmt, dass die Beteiligungsstruktur eines öffentlich-rechtlichen Hauses wie des MDR nicht nur Marktkriterien folgt. Dennoch ist die Fusion, die übrigens rückwirkend zum 1. Januar 2020 gilt, keineswegs nur eine rein standortpolitische Überlegung gewesen. Sie verfolgt auch das Ziel, unternehmerische Chancen zu heben, indem wir mehr gemeinsam anbieten, als in den bisherigen Einzelstrukturen. Sie strafft gleichzeitig aber auch Strukturen, die besser steuerbar und damit effizient sind. Dazu bot sich der Standort Thüringen an, weil dort bereits die Vermarktung angesiedelt ist, die mit der Generierung von Zusatzerlösen neben dem Rundfunkbeitrag für den MDR große Bedeutung hat. Deshalb war es naheliegend, dass wir das in Erfurt machen, weil wir wissen, dass dieser Standort exzellent geeignet ist.

Die Köpfe von MDR Media
Boris Lochthofen, 45, ist Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen, Erfurt, und Sprecher der MDR Media Geschäftsführung, zu der auch Frank Möhrer und Uwe Geißler gehören. Zuvor hat er als Mitglied der Geschäftsleitung bei Regiocast und Geschäftsführer von Radio PSR und R.SA aber auch Führungserfahrung im privaten Hörfunk gesammelt.
Reinhard Hild, 52, ist Geschäftsleiter Verkauf-Kommunikation der MDR Media und vormals in gleicher Position bei der MDR Werbung tätig. Auch Hild kennt sich im privaten Hörfunk aus. Vor seiner Zeit beim MDR war er Leiter eines Regionalstudios und Reporter der Landeswelle Thüringen.
Das klingt alles ziemlich staatstragend. Aber was hat denn der einfache Werbekunde des MDR von diesem Zusammenschluss?
Reinhard Hild: Bisher haben wir nur den UKW-Vertrieb und ein sehr gutes Vertriebsnetz hier in Erfurt aufgebaut. Wir bieten unseren Kunden dank der Fusion mit der Drefa ganz andere Lösungen wie der Produktion von Content oder Werbespots an. Weil wir nun auch verschiedene Technikfirmen mit an Bord haben, sind wir auch in der Lage, zum Beispiel hybride Veranstaltungen auszurichten. Wir sind jetzt nicht nur ein Werbevermarkter, sondern ein Anbieter von Mehrwertlösungen.

Lochthofen: Unsere Kolleginnen und Kollegen haben eine hohe Vertriebskompetenz und eine tiefe Kenntnis des Marktes und der Unternehmen, die sie teils seit vielen Jahren begleiten.

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