Nach dem Compliance-Verfahren gegen Julian Reichelt

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Bild-Rückkehrer Julian Reichelt
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Bild-Rückkehrer Julian Reichelt
Axel Springer hat entschieden, am Chefredakteur von Bild festzuhalten, gleichzeitig kündigt der Vorstand an, dass sich in der Redaktion die Führungskultur ändern müsse. Auch sonst bleibt manches unklar. HORIZONT sortiert die Fakten, gibt Antworten, wirft aber auch ein Licht auf die Hintermänner und erklärt, warum die Angelegenheit lange noch nicht ausgestanden ist.

Was wurde Julian Reichelt denn nun tatsächlich vorgeworfen? Kokainkonsum am Arbeitsplatz und sexuelle Affären mit Mitarbeiterinnen, je nach Beziehungsstatus verbunden mit Machtmissbrauch.

Was davon wurde ihm nachgewiesen? Mehrere intime Beziehungen, wenngleich mit weniger Mitarbeiterinnen als unterstellt und allesamt einvernehmlich. Die Frauen beharren auf Anonymität.


Welche Fehler gibt er selbst zu? Reichelt räumt die Vermischung von beruflichen und privaten Beziehungen ein. Macht-  und Drogenmissbrauch am Arbeitsplatz – und nur das zählt – bestreitet er per eidesstattlicher Versicherung. Darüber hinaus bereute er öffentlich, im Umgang mit Mitarbeitern Fehler gemacht und sich ihnen gegenüber in verletzender Weise verhalten zu haben.
Alexandra Würzbach, Julian Reichelt
© imago / Wiegand Wagner, Norbert Schmidt
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Die Befragungen sind beendet. Der Abschlussbericht der Kanzlei Freshfields liegt vor, der Vorstand von Axel Springer hat entschieden. Die Freistellung von Julian Reichelt als Bild-Chef sind aufgehoben. Am Montag kehrt er auf seinen Posten zurück. Er teilt ihn künftig gleichberechtigt mit Alexandra Würzbach, die sich insbesondere um Personal und Redaktionsmanagement kümmern wird.

Warum bleibt er trotzdem: Wäre eine Trennung von Julian Reichelt rechtlich möglich gewesen? Affären mit abhängig Beschäftigten verbieten sich. Insofern hätte eine Trennung aus arbeitsrechtlicher Sicht sicherlich Aussicht auf Erfolg gehabt.

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