Nach Betrugsfall beim Spiegel

So reagieren die Journalistenverbände auf die Causa Relotius

Der DJV-Vorsitzende Frank Überall zeigt sich betroffen über den Betrugsfall Relotius
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Der DJV-Vorsitzende Frank Überall zeigt sich betroffen über den Betrugsfall Relotius
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat mit Betroffenheit auf den Betrugsfall beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel reagiert. "Der vermeintliche Reporter hat nicht nur dem "Spiegel" großen Schaden zugefügt, sondern die Glaubwürdigkeit des Journalismus in den Dreck gezogen", sagte DJV-Vorsitzender Frank Überall am Mittwoch laut Mitteilung. Dem Journalisten habe offensichtlich jegliches Verantwortungsgefühl für sein Blatt und die Leser gefehlt.
Spiegel Online hatte am Mittwoch über einen Redakteur berichtet, der mehrere Geschichten im Blatt gefälscht hatte und mittlerweile nicht mehr für den Verlag arbeitet. Als positiv hebt der DJV-Vorsitzende die Informationsoffensive des "Spiegel"-Chefredakteurs hervor: "Ullrich Fichtner macht die unglaublichen Vorgänge öffentlich. Das ist ein wichtiger erster Schritt", so Überall. In der Folge komme es darauf an, die interne Qualitätssicherung journalistischer Arbeit auf den Prüfstand zu stellen.
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) twitterte: "Das dürfte der größte Betrugsskandal im Journalismus seit den Hitlertagebüchern sein." Der Deutsche Reporterpreis teilte mit: "Wir sind entsetzt und wütend über die geradezu kriminelle Energie", mit der der ehemalige "Spiegel"-Redakteur auch die Organisatoren des Preises sowie die Juroren, die ihm diese Auszeichnung verliehen hätten, getäuscht habe. Die Jury berate nun über eine Aberkennung. Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Thomas Hacker, erklärte, der Fall zeige bedauerlicherweise, wie anfällig Journalismus für Fake Storys und News sein könne. dpa


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