Mit Unterstützung von VDZ und BDZV

Französische Verleger wollen Beschwerde gegen Google einreichen

Der Streit der Verlage mit Google spitzt sich zu
© Simon Steinberger auf Pixabay
Der Streit der Verlage mit Google spitzt sich zu
Im Streit um die Anwendung des EU-Urheberrechts wollen französische Verleger Beschwerde gegen Google bei der nationalen Wettbewerbsbehörde einreichen. Das teilten der Verband L'Alliance de la presse d'information générale und andere Medienverbände am Donnerstag in Paris mit.

Die im Frühjahr auf EU-Ebene verabschiedete Reform soll das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern. In Frankreich als erstem Land mit den neuen Regeln will Google nach früheren Angaben auf die Anzeige kleiner Snippet-Vorschauen verzichten und kein Geld für die Darstellung von Links mit Überschriften in der Websuche zahlen.



Die Auseinandersetzung hatte in vergangenen Woche auch den deutsch-französischen Ministerrat in Toulouse beschäftigt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte bei dieser Gelegenheit schnellere Sanktionsmechanismen. Einige Akteure wie Google würden sich nicht an die geschaffenen Regeln halten, lautete der Vorwurf. Frankreich und Deutschland seien entschlossen, die neue Regelung umzusetzen.

Von Google lag zunächst keine Reaktion vor. Die deutschen Verbände VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger) und BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) sagten den französischen Verlagen ihre Unterstützung zu. "Nach unserer Auffassung missbraucht Google seine Marktmacht dazu, das heute in Frankreich in Kraft getretene neue Urheberrecht zu umgehen", sagte ein Sprecher der Verbände. "Mit großer Irritation haben wir auch eine E-Mail von Google zur Kenntnis genommen, nach der die in Deutschland erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften ebenfalls ihre Darstellung in den Ergebnissen der Suchmaschine überprüfen sollen und dabei auf die restriktiven Schritte des Suchmaschinengiganten in Frankreich hingewiesen werden." dpa


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