Mit Axel Springer, Spiegel & Co

Snapchat bringt "Shows" mit neuen Medienpartnern nach Deutschland

Marianne Bullwinkel ist DACH-Chefin von Snapchat
© Snap/Raimar von Wienskowski
Marianne Bullwinkel ist DACH-Chefin von Snapchat
Snapchat startet eine großangelegte Content-Offensive in Deutschland. Dafür hat sich das Unternehmen hierzulande mit neun Medienpartnern zusammengetan, die ab sofort zehn Snapchat-Shows in der App veröffentlichen. Mit dem Shows-Format, das in anderen Kernmärkten bereits ausgerollt wurde, erhofft sich Snapchat das zuletzt lahmende Nutzerwachstum neu ankurbeln zu können.
Das Hamburger Snapchat-Büro hat eine ganze Reihe neuer Medienpartner an Bord geholt. Wie DACH-Chefin Marianne Bullwinkel gegenüber HORIZONT Online erklärt, werden sowohl Axel Springers Bild als auch Spiegel, Zett vom Zeitverlag, Brainpool TV, Celebrity News, Funk, Load Studios, Onefootball und Tastemade ab sofort eigene Shows in der App mit dem Geist veröffentlichen.


Bei Shows handelt es sich um ein Video-Format, das vor etwa zwei Jahren in den USA startete und inzwischen auf zahlreiche Märkte ausgeweitet wurde - unter anderem auf GroßbritannienFrankreich und auf den arabischen Raum, wo Snapchat eine vergleichsweise große Anhängerschaft hat. Die Ausweitung auf Deutschland bildet quasi den Abschluss der weltweiten Content-Offensive.

Die Shows bestehen aus mehrminütigen Clips, die in Staffeln und Episoden angeordnet sind - und in ihrer Aufmachung ein wenig an Netflix erinnern. Hierzulande konzentrieren sich die Shows vor allem auf die Themen Unterhaltung, Sport und Essen, sind im vertikalen Vollbildformat geschnitten, im Discover-Bereich zu finden, laufen im Schnitt fünf Minuten lang und kommen vor allem hyper-visuell und mit animierten Grafiken daher.


Seit Anfang des Jahres soll sich die Sehdauer von Shows auf Snapchat nach Angaben des Unternehmens weltweit mehr als verdreifacht haben. Im dritten Quartal 2018 erreichten 21 dieser Shows ein monatlich aktives Publikum von über 10 Millionen Zuschauern, heißt es.

Alle deutschen Shows im Überblick

Die heute angekündigten 10 Shows sind: Bild Fußball (Axel Springers Bild), Luke! Die Woche und ich (Brainpool TV), Promiflash (Celebrity News), Testie Your Bestie (Load Studios), Style Crush (Load Studios), Awesome Blogger Life of (Load Studios), What the Fussball (Onefootball), Bento Mic Drop (Bento), Food Porn (Tastemade), Out Now! (Zett vom Zeitverlag)

"Wir freuen uns, mit neun neuen Partnern die Vielfalt und Breite der Inhalte auf der Plattform weiter zu vertiefen, und hoffen, dass die deutschen Snapchat User die neuen Shows lieben", erklärt DACH-Chefin Marianne Bullwinkel. Im April 2017 holte die Managerin, die zuvor bei Facebook tätig war, die ersten vier deutschen Medienpartner (Bild, Spiegel Online, Vice, Sky Sport) an Bord, die sich vor allem auf nachrichtliche Inhalte konzentrieren. Später kam Bunte hinzu.

Die Shows werden auch in Deutschland ganz normal vermarktet. Heißt: Zwischen den einzelnen Clips kommen überspringbare Snap-Ads zum Einsatz. Für das Frühjahr 2019 plant das Unternehmen hierzulande aber den Launch eines neuen Werbeformats mit dem Namen "Commercial", das ausschließlich in den Shows ausgespielt wird und - das ist das Besondere - nicht überspringbar sein wird, ähnlich wie Youtubes Bumper Ads. Mit der weltweiten Content-Offensive verspricht sich Snapchat, den weiter sinkenden Nutzerzahlen entegegentreten zu können. Im jüngsten Quartalsbericht musste Betreiber Snap einen Rückgang der täglich aktiven User um ein Prozent auf 188 Millionen verzeichnen. Der Aktienkurs des Unternehmens sinkt seit geraumer Zeit, sodass sogar Übernahmegerüchte durch Google oder Amazon wieder laut wurden.

Snapchat leidet schon länger unter scharfer Konkurrenz durch Facebooks Tochter Instagram, zudem kamen die jüngsten Umgestaltungen der einst besonders bei jüngeren Leuten sehr populären App bei vielen Nutzern nicht gut an. In Deutschland zählt die App sechs Millionen täglich aktive Nutzer (Stand März 2018). Ein Update möchte Bullwinkel auf Nachfrage zwar nicht geben, nur so viel: Es seien mittlerweile mehr als sechs Millionen. ron
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