Mehr Schutz für Minderjährige

Instagram macht Altersnachweis zur Pflicht für alle

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Zum Schutz Minderjähriger führt Instagram strengere Regeln für den Altersnachweis ein
© Instagram (Blog)
Zum Schutz Minderjähriger führt Instagram strengere Regeln für den Altersnachweis ein
Bereits seit 2019 verlangt die Social-App Instagram von jedem Neumitglied, das Geburtsdatum anzugeben, davor war dies eine freiwillige Option. Um die Kontrolle darüber zu erlangen, wie alt jene Nutzer sind, die ihren Account schon vor 2019 eingerichtet haben, erscheint beim Öffnen der App künftig die Aufforderung, sein Alter einzutragen. Wird der Hinweis zu lange ignoriert, soll sogar der Kanal gesperrt werden.
Die striktere Datenabfrage soll laut Instagram dazu dienen, jüngere Nutzer auf der Plattform besser zu schützen und ist damit Teil einer größeren Initiative: Seit März hat Instagram damit begonnen, neue Konten von unter 18-Jährigen standardmäßig in den Privatmodus zu versetzen und zudem eine Funktion eingeführt, die Erwachsenen die Kontaktaufnahme mit minderjährigen Jugendlichen per Direktnachricht erschwert, wenn diese ihnen nicht folgen.

In den nächsten Wochen sollen alle User, die ihr Geburtsdatum noch nicht in ihrem Instagram-Konto hinterlegt haben, eine Aufforderung erhalten, dies nachzuholen. Wer dem Hinweis auch nach mehreren Erinnerungen nicht nachkommt, hat irgendwann nicht mehr die Möglichkeit, seinen Account weiter zu nutzen.

Zusätzlich sollen die Warnhinweise für Beiträge, die aufgrund sensibler Inhalte nicht direkt sichtbar sind, nun ebenfalls mit der Aufforderung zur Eingabe des Geburtsdatums versehen werden.
Instagram_Jugendschutz_Selfie
© IMAGO / Addictive Stock
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So will Instagram minderjährige Nutzer besser schützen

Instagram steht beim Thema Jugendschutz schon länger in der Kritik. Denn anders als beim großen Konkurrenten TikTok sind Accounts von Jugendlichen unter 16 Jahren bei Instagram nicht automatisch privat und für Fremde uneinsehbar. Auch das Versenden und Empfangen von Direktnachrichten war bislang allen Altersgruppen möglich. Nun reagiert die Foto-App mit mehreren weltweiten Maßnahmen.

Man sei sich darüber bewusst, dass einige Nutzer falsche Angaben bei der Frage nach ihrem Geburtsdatum machen könnten, heißt es in einem Blogpost von Instagram, und arbeite bereits an entsprechenden Lösungen. So würden beispielsweise "Happy Birthday"-Posts mittels Künstlicher Intelligenz erfasst und daraus Rückschlüsse auf das Alter der beglückwünschten Nutzer gezogen. In Zukunft wolle man Usern, deren Altersangabe den Daten dieser Technologie widerspreche, eine Reihe verschiedener Optionen zur Verifizierung anbieten. Diese Entwicklung befinde sich derzeit aber noch in den Kinderschuhen. hmb
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