Medienvielfaltsmonitor

Klassische Medien verlieren an Relevanz für die Meinungsbildung

Bei jungen Menschen ist das Internet für die Meinungsbildung mittlerweile der wichtigste Kanal
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Bei jungen Menschen ist das Internet für die Meinungsbildung mittlerweile der wichtigste Kanal
Die Bedeutung der klassischen Medien für die Meinungsbildung sinkt. Das geht aus dem aktuellen Medienvielfaltsmonitor der Medienanstalten hervor. Parallel zur veränderten Medienutzung werden digitale Medien auch für die Meinungsbildung wichtiger. Vor allem die Tageszeitungen verlieren an Bedeutung. Auf regionaler Ebene haben Zeitungen aber immer noch den größten Einfluss. 
Das wichtigste Informationsmedium ist nach wie vor das Fernsehen. Das Gewicht von TV für die Meinungsbildung lag im ersten Halbjahr 2018 laut der Studie bei einem Drittel (33,4 Prozent). Im Fünfjahrestrend verlor das Fernsehen damit rund 3,5 Prozentpunkte (2013: 36,9 Prozent). Am stärksten büßten die Tageszeitungen ein, deren Meinungsbildungsgewicht von 22,7 auf 18,7 Prozent sank. Das Radio kann seine Bedeutung mit 19 Prozent relativ stabil halten. Wenig überraschend ist das Internet der größte Gewinner: Das Gewicht des Web für die Meinungsbildung stieg in den vergangenen fünf Jahren von 17,9 Prozent auf 26,7 Prozent. Bei den jungen Nutzern von 14 bis 29 Jahren liegt es sogar bei 53,6 Prozent und damit doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. 


Heruntergebrochen auf einzelne Medien hat das ZDF, seit geraumer Zeit der Sender mit dem höchsten Marktanteil im Zuschauermarkt, mit 4,8 Prozent auch das höchste Gewicht für die Meinmungsbildung. Das Erste kommt auf 4,1 Prozent, die Bild-Zeitung auf 4,0 Prozent. Bei den Medienkonzernen hat die ARD wegen ihrer starken Position im Hörfunkmarkt mit 21,8 Prozent das höchste Gewicht, gefolgt von Bertelsmann (RTL, Gruner+Jahr) mit 11,3 Prozent und dem ZDF mit 8,1 Prozent. Den größten Bedeutungsverlust mussten dabei Bertelsmann und Pro Sieben Sat 1 hinnehmen. Der TV-Konzern hat sich 2010 von seinem Nachrichtensender N24 (mittlerweile Welt) getrennt. 

Bei regionalen und lokalen Themen ist die Bedeutung des Fernsehens für die Meinungsbildung mit 14,6 Prozent traditionell geringer. Hier haben nach wie vor die Tageszeitungen mit einem Gewicht von 32,1 Prozent die Nase vorne. Das Internet kommt auf regionaler Ebene auf 25,5 Prozent, relativ großen Einfluss auf die Meinungsbildung vor Ort hat auch das Radio mit 22,8 Prozent. 


Für den Medienvielfaltsmonitor wurden die Anteils- und Beteiligungsverhältnisse einzelner Medienunternehmen mit diversen Reichweitenstudien und den Ergebnissen der Mediengewichtungsstudie der Medienanstalten kombiniert. dh
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