Medienvielfaltsmonitor

Internet wird wichtiger für die Meinungsbildung - vor allem bei den Jüngeren

Der Youtube Rezo wirbelte den Europawahlkampf mit einem Video kräftig auf
© Screenshot Youtube
Der Youtube Rezo wirbelte den Europawahlkampf mit einem Video kräftig auf
Ein Video des Youtubers Rezo hat kurz vor der Europawahl zu einer Diskussion über die Rolle des Internets für die politische Meinungsbildung geführt. Der aktuelle Medienvielfaltsmonitor der Landesmedienanstalten liefert nun konkrete Zahlen. Das Internet wird für die Meinungsbildung immer wichtiger, vor allem für junge Nutzer. Die Relevanz des Fernsehens sinkt dagegen. 
So ist die Bedeutung des Fernsehens für die überregionale Meinungsbildung in den vergangenen fünf Jahren laut der Erhebung der Medienanstalten von knapp 37 Prozent auf 32,7 Prozent gesunken. Im Gegenzug wird das Internet als Informationsquelle und damit auch für die Meinungsbildung immer wichtiger: Sein Gewicht für die Meinungsbildung, das sich aus der Nutzung und der Wichtigkeit des Mediums für die Meinungsbildung der Nutzer ergibt, stieg im gleichen Zeitraum von 17,9 auf 27,7 Prozent. Das Radio liegt stabil bei 19 Prozent, die Bedeutung der Tageszeitungen ist mit 18,2 Prozent leicht rückläufig. 
Die Bedeutung des Internets für die Meinungsbildung steigt seit Jahren
© Medienvielfaltsmonitor
Die Bedeutung des Internets für die Meinungsbildung steigt seit Jahren
Vor allem für junge Nutzer ist das Netz für die Meinungsbildung mittlerweile das wichtigste Medium: Bei den 14- bis 49-Jährigen hat das Internet ein Meinungsbildungsgewicht von 54,5 Prozent - das ist fast doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Bei den 30- bis 49-Jährigen belegt das Internet mit 36 Prozent ebenfalls bereits den ersten Platz. 


Parallel dazu steigt auch das Gewicht von Internetunternehmen für die Meinungsbildung: Neben dem ZDF, seit Jahren der reichweitenstärkste Fernsehsender, haben vor allem Ströer (+0,6 Prozent), United Internet (+0,6 Prozent) und Burda (+0,5 Prozent) als Betreiber von Focus Online, an Bedeutung gewonnen. Das Gewicht der RTL-Mutter Bertelsmann (-0,9 Prozent) und Pro Sieben Sat 1 (-1,6 Prozent) ist dagegen gesunken. 

Auf regionaler Ebene spielen weiterhin die Tageszeitungen eine große Rolle: Sie sind mit 32,1 Prozent trotz rückläufiger Reichweite nach wie vor die einflussreichste Mediengattung hinsichtlich ihres Meinungsbildungsgewichts für regionale und lokale Themen. Das Internet liegt hier mit 26,4 Prozent auf Platz 2, dahinter folgen die Gattungen Radio mit 22,1 Prozent und das Fernsehen mit 14,4 Prozent. dh

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