Medienrechte

Bundeskartellamt gibt DFL-Ausschreibung grünes Licht

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Der Sitz des Bundeskartellamts in Bonn
© Bundeskartellamt
Der Sitz des Bundeskartellamts in Bonn
Momentan ist völlig unklar, ob und wie die derzeit unterbrochene Bundesliga-Saison zuende gespielt werden kann. Dennoch muss man bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorausdenken. Ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft ist nun erfolgt: Das Bundeskartellamt hat für die Medienrechteausschreibung für die Saisons 2020/21 bis 2024/25 sein OK gegeben.
Dass die obligatorische Freigabe der Behörde kommen würde, war zu erwarten. Immerhin hatte die DFL bereits Anfang März umfangreiche Details zu den einzelnen Paketen und zum Ausschreibungsverfahren bekannt gegeben. Vor wenigen Tagen hatte die Liga eine Aussetzung ihrer Wettebwerbe während der Corona-Pandemie beschlossen. Gleichzeitig hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert verkündet, dass das Ausschreibungsverfahren wie geplant durchgeführt werden solle. Die Auktion soll nach den bisherigen Plänen am 27. April beginnen und die Vergabe am 11. Mai abgeschlossen sein.


Zumindest vom Bundeskartellamt sind keine weiteren Einwände zu erwarten. Die Behörde gab sich zufrieden damit, dass die DFL wie gefordert den exklusiven Erwerb aller Live-Pakete durch einen Bieter unterbunden hat. Während das Bundeskartellamt hier von einem "Alleinerwerbsverbot" spricht, ist bei der DFL von einer "No Exklusive Owner Rule" die Rede. Diese sieht vor, dass ein Medienunternehmen, das alle Live-Rechte erwirbt, zwei Pakete zur co-exklusiven Verwertung über die Übertragungswege Web und Mobile-TV an einen zweiten Anbieter vergeben muss.
DFL-Chef Christian Seifert
© Serviceplan
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DFL-Ausschreibung der Medienrechte läuft wie geplant weiter

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird die Ausschreibung der Medienrechte trotz der Folgen durch den sich ausbreitenden Coronavirus zunächst wie geplant fortführen. Das sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag in Frankfurt. "Wir haben heute die Unterlagen wie geplant verschickt", erklärte Seifert. Zuvor hatte die DFL entschieden, welche der interessierten Medienunternehmen zugelassen sind.

Die Regel müsse nicht dazu führen, dass die Zuschauer mehr als ein Abonnement benötigen, um alle Spiele sehen zu können, heißt es vom Bundeskartellamt. So können sich die unterschiedlichen Anbieter Einspeisungs-Vereinbarungen treffen, sodass alle Spiele über eine Plattform empfangen werden können, auch wenn rein formal mehrere Anbieter involviert sind.

Sky und Eurosport konnten sich im Anschluss an die vergangene Rechtevergabe allerdings nicht auf eine solche Regel einigen, weshalb Sky-Nutzer ein Abo des Eurosport Players benötigten, um das Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga sehen zu können. Diese Spiele laufen inzwischen bei DAZN.


"Für uns war wichtig, dass nicht ein Bieter allein alle Live-Rechte exklusiv erwerben kann, der dann als Monopolist dem Zuschauer gegenübersteht", sagt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. "Ein einziger mit exklusiven Rechten ausgestatteter Anbieter hätte nämlich kaum Anreize, die Qualität der Berichterstattung zu verbessern, die Preise stabil zu halten und das Innovationspotenzial insbesondere des Internets auszuschöpfen. Bereits in der laufenden Rechteperiode hat der zunehmende Wettbewerb zu neuen Produktangeboten sowohl von neuen als auch von etablierten Anbietern geführt." ire
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