Medienkonzerne

Investitionen in digitale Geschäftsmodelle stagnieren

Dei Zahl der Übernahmen im Mediensektor stagniert
© Pixabay.com
Dei Zahl der Übernahmen im Mediensektor stagniert
Nachdem die großen deutschen Medienhäuser in den vergangenen Jahren eifrig in Start-Ups und digitale Tochterunternehmen investiert haben, ist die Zahl der Übernahmen zuletzt zurückgegangen. Attraktive Übernahmeziele sind immer schwieriger zu finden, zudem sind die Unternehmen bei der Auswahl ihrer Akquisitionen offenbar wählerischer geworden. Das legt zumindest eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY-Parthenon nahe.
So hat die Zahl der Übernahmen im Medienbereich im vergangenen Jahr weitgehend stagniert. 2017 registrierte das Beratungsunternehmen 438 Beteiligungen im Bereich "nicht-markenbezogener Onlineaktivitäten" - also Übernahmen, die nichts mit dem Kerngeschäft der Medienunternehmen zu tun haben. 2016 waren es 431 Beteiligungen. In den Jahren zuvor habe man dagegen stets zweistellige Wachstumsraten bei den Übernahmen beobachtet. 


Nach Ansicht von Andreas von Buchwaldt, Partner von EY-Parthenon, ist die stagnierende Zahl der Übernahmen ein Hinweis auf erste Sättigungstendenzen, aber auch auf eine zunehmende Professionalisierung der M&A-Tätigkeiten von Medienhäusern: "Neuinvestitionen erfolgen nun deutlich selektiver", so von Buchwaldt. Damit einhergehend sei auch eine Abnahme der Risikobereitschaft bei neuen Investments zu spüren. 

Auch die Aktivitäten innerhalb der bestehenden Beteiligungsportfolios haben abgenommen. Hier beobachtete EY-Parthenon im vergangenen Jahr 84 Veränderungen, 2016 waren es noch 110. Am aktivsten waren Axel Springer, Pro Sieben Sat 1 Media und die beiden Verlagsgruppen Madsack und DuMont, die jeweils mindestens 20 Prozent ihres Beteiligungsportfolios verändert haben. 


Die meisten Digital-Beteiligungen halten Axel Springer, Pro Sieben Sat 1 Media und Ströer. Diese Digital-Vorreiter konnten beim Umsatzanteil digitaler Geschäftsmodelle den Abstand zu den Verfolgern zudem ausbauen. "Die Kompetenzen diversifikations-erfahrener Medienhäuser, Zukäufe schneller und besser zu integrieren, sind ein klarer Wettbewerbsvorteil", sagte Michael Rzesnitzek, Partner von EY-Parthenon. Allerdings falle es den Unternehmen immer schwerer, das digitale Umsatzwachstum auch direkt in ein Gewinnwachstum umzusetzen. dh
stats