Medienforscherin

Comeback alter TV-Shows auch Reaktion auf Netflix

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Bedient die Neuauflage alter Shows ein Nostalgiebedürfnis?
© ZDF/Screenshot
Bedient die Neuauflage alter Shows ein Nostalgiebedürfnis?
Das Comeback vieler alter TV-Shows in letzter Zeit ist nach Meinung einer Expertin auch eine Antwort der Sender auf die neue Konkurrenz von Netflix, Amazon und anderen Streamingplattformen. "Die Show-Revivals sind ein Teil des beobachtbaren Trends zum Nostalgiefernsehen", so Medienforscherin Joan Bleicher vom Institut für Medien und Kommunikation der Uni Hamburg.

"Die Sender knüpfen mit der Wiederholung erfolgsbewährter Showformate an etablierte Erlebnisdimensionen des Mediums an. Damit grenzen Sie sich unter anderem von der neuen Konkurrenz der Videostreamplattformen ab." Gleichzeitig seien Showformate aber auch "Visitenkarten", die zur Profilbildung beitrügen, so die Expertin. 


Am Montag hatte Pro Sieben angekündigt, den Nullerjahre-Hit "TV total" an diesem Mittwoch wieder ins Programm zu nehmen, mit Sebastian Pufpaff an Stelle von Stefan Raab. Ein Special von "Wetten, dass..?" mit Thomas Gottschalk hatte am vergangenen Samstag 13,8 Millionen Zuschauer. Sat.1 sendet ab 26. November neue Folgen der 90er-Jahre-Spielshow "Geh aufs Ganze!" mit Jörg Draeger. Auch andere TV-Sender haben in jüngerer Zeit alte Show-Formate wiederbelebt. 
Thomas Gottschalk / Wetten, dass..? 2021 / IMAGO
© IMAGO / Future Image
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So ein Neu-Start ist laut Bleicher immer auch mit Risiken verbunden. "Die Strategie besteht im Aufmerksamkeitstransfer. Es gilt, die bisherigen Erfolgskonzepte und Seh-Erfahrungen auf das neue Angebot zu übertragen, was jedoch nicht immer gelingt."

Generell seien die Erfolgschancen schwer einzuschätzen. "Welche Altersgruppen können sich an welche Showformate erinnern? Welche Formate wollen sie tatsächlich wiedersehen? Welche Moderatorinnen und Moderatoren stehen noch für die Aktualisierungen zur Verfügung und können noch die gleiche Wirkung wie bei der Erstausstrahlung erzielen?" Nicht alle alten Erfolgsformate würden eben den aktuellen Sehgewohnheiten und Nutzungsinteressen entsprechen, so Bleicher.

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