Media Pioneer Publishing

Gabor Steingart gewinnt Axel Springer als Partner

Das Gründungsteam von Media Pioneer Publishing um Gabor Steingart (r.)
© Media Pioneer
Das Gründungsteam von Media Pioneer Publishing um Gabor Steingart (r.)
Gabor Steingart hat erste Details zu seinem neuen Medienunternehmen bekannt gegeben: Die Firma hört auf den Namen Media Pioneer Publishing. Axel Springer steigt mit 36 Prozent bei dem Unternehmen ein, das wie angekündigt auf Werbeeinnahmen verzichten will und stattdessen auf die Beteiligung seiner Leser und Nutzer setzt. Auch personell hat Steingart einige Überraschungen parat. CEO von Media Pioneer wird Ingo Rieper, Chefredakteur Michael Bröcker, der jüngst seinen Abschied von der Rheinischen Post verkündet hat. Hauptsitz des Unternehmens wird ein Schiff.
Vergangene Woche deutete Gabor Steingart im Interview mit Peter Turi bereits einige Details zum Geschäftsmodell seines neuen Unternehmens an, nun hat er weitere Einzelheiten bekannt gegeben. Zusammen mit Ingo Rieper, zuletzt Finanzchef der Handelsblatt-Gruppe, gründet Steingart die Media Pioneer Publishing Gmbh, in der die publizistischen Aktivitäten rund um sein bekanntes Morning Briefing gebündelt werden. 


Rieper wird als Vorstandsvorsitzender das operative Geschäft verantworten, während sich Steingart auf den Ausbau des journalistischen Angebots konzentriert. Spätestens ab Oktober dieses Jahres wird zudem Michael Bröcker als Chefredakteur das redaktionelle Tagesgeschäft und die Entwicklung weiterer Angebote verantworten. Der 41-Jährige hatte erst kürzlich seinen Abschied von der Rheinischen Post bekannt gegeben. Auch Bröcker wird Teilhaber des Unternehmens. 

Axel Springer beteiligt sich als strategischer Partner mit 36 Prozent an Media Pioneer und bringt laut Pressemitteilung "seine publizistische Erfahrung in der Entwicklung erfolgreicher digitaler Geschäftsmodelle" ein und und wird das Unternehmen beim Ausbau von Reichweite, Technologie und relevanten journalistischen Konzepten unterstützen. Max Franke, 33, wechselt von Axel Springer zu Media Pioneer und koordiniert als Chief Operating Officer die Zusammenarbeit der beiden Medienhäuser. 


Ziel sei es, "ein profitables Geschäftsmodell für neue Medienangebote zu etablieren, das auf Werbeerlöse verzichtet und inhaltlich sowie wirtschaftlich auf Leser-Beteiligung setzt". Gelingen soll dies durch ein Clubmodell, ein umfassendes Veranstaltungsgeschäft sowie die Möglichkeit, sich als Leser an dem Unternehmen zu beteiligen - das Genossenschaftsmodell der taz lässt grüßen. Im Falle von Media Pioneer ist allerdings eine Beteiligung über Aktien geplant. Die GmbH soll daher zeitnah in eine AG umgewandelt werden. 
Die "Pioneer One", der Hauptsitz von Steingarts Media Pioneer Publishing
© Media Pioneer
Die "Pioneer One", der Hauptsitz von Steingarts Media Pioneer Publishing
Auch beim Unternehmenssitz beschreitet Steingart neue Wege - beziehungsweise Wasserstraßen: Hauptsitz der Media Pioneers wird ein Schiff. Die "Pioneer One" soll ab Frühjahr 2020 als Deutschlands erstes Redaktionsschiff in See stechen. Das 40 Meter lange Schiff mit Elektroantrieb wird inklusive Newsroom, Tonstudio und Veranstaltungsbereich mit über 200 Quadratmetern täglich inmitten des Berliner Regierungsviertels auf der Spree herumschippern. 

"Wir verstehen uns als Medienunternehmen neuen Typs, das für unabhängigen, kritischen und innovativen Journalismus steht", erklärt Gabor Steingart, Gründer und Herausgeber von Media Pioneer: "Dafür haben wir mit Ingo Rieper, Michael Bröcker und über 20 weiteren Journalisten und Medienexperten ein schlagkräftiges Team aufgebaut, das noch weiter verstärkt wird. Mit der ‚Pioneer One‘ wollen wir Deutschlands erstes Redaktionsschiff bauen und dem Qualitätsjournalismus ein Zuhause und eine Bühne geben – als Arbeitsstätte der Redaktion mit eigenem Studio und Ort der Begegnung mit den Leserinnen und Lesern, Hörern und Hörerinnen." dh
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