McKinsey-Prognose

Ausgaben für Streamingdienste steigen bis 2021 um fast ein Viertel

Streamingdienste beflügeln den gesamten Videomarkt
© Fotolia/Franz Pflügl
Streamingdienste beflügeln den gesamten Videomarkt
Immer mehr Menschen nutzen Video-Streamingdienste. Mittlerweile entwickeln sich Amazon Prime Video, Netflix & Co. zu einem Treiber für den gesamten Bewegtbildmarkt: Noch nie haben Verbraucher mehr Geld für Video-Content ausgegeben. Das geht aus einer aktuellen Prognose von McKinsey hervor, die beim OMR Festival präsentiert wird.
Laut der Prognose, der HORIZONT exklusiv vorliegt, wachsen die direkten Verbraucherausgaben für Video-Content in Deutschland bis 2021 auf über 16 Milliarden Dollar. Der Löwenanteil entfällt mit rund 8,1 Milliarden Dollar zwar auf traditionelles Pay-TV - McKinsey prognosiziert Sky & Co für 2017 bis 2021 ein Wachstum von 5 Prozent - über die höchsten Zuwachsraten können sich allerdings OTT-Angebote freuen. Diese legen im gleichen Zeitraum um sage und schreiben 24 Prozent auf einen Gesamtumsatz von rund 2,4 Milliarden Dollar zu. Der klassische Home-Videomarkt, also der Verkauf von DVDs und Blu Ray Discs, schrumpft dagegen um 13 Prozent auf 673 Millionen Dollar. Auch die Ausgaben für Kino (+2 Prozent) und Videospiele (+8 Prozent) legen weiter zu. Im Bereich Gaming wird das Wachstum vor allem durch Spiele für Smartphones befeuert.
Die Ausgaben für Video-Content steigen weiter
© McKinsey
Die Ausgaben für Video-Content steigen weiter
Insgesamt legen die direkten Verbraucherausgaben für Videoinhalte inklusive Videospiele laut der Analyse von McKinsey bis 2021 auf rund 16 Milliarden Dollar zu. "Die Menschen geben mehr Geld für Video aus als jemals zuvor", sagt Adam Bird, Leiter des Bereichs Consumer Tech und Media Practice von McKinsey. Auch die Zeit, die Menschen mit der Nutzung von Medien verbringen, wachse nach wie vor.


Die sich ändernde Mediennutzung hat auch Folgen für die Werbeausgaben: Der Trend zu digitalen Medien, vor allem zu mobilen Kanälen, hält weiter an. Bis 2021 steigen die Investitionen in digitale Werbung auf rund 12,2 Milliarden Dollar. Starkes Wachstum erwarten die Unternehmensberater auch für Werbung in Videospielen, wenngleich auf einer vergleichweise kleinen Basis: Die Umsätze in diesem Bereich legen im Zeitraum von 2017 bis 2021 um 14 Prozent auf 248 Millionen Dollar zu. Für die klassischen Gattungen Out-of-Home und TV prognostiziert McKinsey jeweils ein Wachstum der Werbeerlöse um 3 Prozent.
Die Investitionen in digitale Medien wachsen weiter
© McKinsey
Die Investitionen in digitale Medien wachsen weiter
OMR-Gründer Philipp Westermeyer zeigt sich in Bezug auf die Werbeumsätze der klassischen Medien ebenfalls optimistisch: "Digitale Plattformen sind zum Teil so teuer geworden, dass klassische Medien etwas überraschend wieder interessanter werden." Reichweitenstarke digitale Werbeflächen seien durch die Vergabe nach dem Auktionsprinzip mittlerweile vergleichsweise teuer geworden. 

Die zentralen Erkenntnisse aus der McKinsey-Prognose werden am 8. Mai von McKinsey-Manager Adam Bird und OMR-Mastermind Philipp Westermeyer beim OMR Festivals präsentiert. dh
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