Mathias Döpfner

"Die meisten Medienunternehmen sind in ein paar Jahrzehnten verschwunden"

Mathias Döpfner erwartet eine grundlegende Umwälzung der Medienbranche
© Axel Springer
Mathias Döpfner erwartet eine grundlegende Umwälzung der Medienbranche
Mathias Döpfner geht davon aus, dass die meisten klassischen Medienunternehmen den digitalen Wandel nicht überleben werden: "Was wir gerade erleben, ist eine Gründerwelle völlig neuer Medienunternehmen. Die meisten der traditionellen Medienunternehmen werden in ein paar Jahrzehnten verschwunden sein", sagt der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer.
Nur die Unternehmen, die sich ganz konsequent digitalisieren, starke Marken haben und "massiv auf die Qualität von Inhalten setzen", würden die Digitalisierung überleben. Döpfner selbst treibt den digitalen Wandel von Axel Springer seit einigen Jahren konsequent voran.

Aber nicht nur der digitale Wandel, auch gesellschaftliche Strömungen würden das Aufkommen neuer Medienunternehmen begünstigen: "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein deutsches Breitbart in einer sich immer weiter aufheizenden Stimmung entstehen kann.

„Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein deutsches Breitbart in einer sich immer weiter aufheizenden Stimmung entstehen kann.“
Mathias Döpfner
Das wird vor allem dadurch beschleunigt, dass man solche politische Stimmen, die nur ein bisschen vom Mainstream abweichen, mundtot macht", so Döpfner.

Zu der Rolle der Bild, der immer wieder vorgeworfen wird, Ressentiments gegen Ausländer und Flüchtlinge zu bedienen, sagt der Vorstandschef von Axel Springer: "Ich kenne keine Massenzeitung in dieser Welt, die so viel für die Integration von Ausländern geleistet hat wie Bild."

Der Podcast mit Mathias Döpfner wird am Mittwoch, 5. September auf der OMR-Website veröffentlicht. hor


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