Markus Beckedahl bilanziert die Republica im digitalen Exil

"Das war ein echter Höllenritt"

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Markus Beckedahl am vorigen Donnerstag im Studio der Republica.
© Republica
Markus Beckedahl am vorigen Donnerstag im Studio der Republica.
Corona hat das gesamte Veranstaltungsgeschäft zum Erliegen gebracht. Das gesamte? Nicht ganz, denn die Republica fand statt, allerdings als rein digitaler Event. Markus Beckedahl ist einer der Gründer der Republica. Von ihm wollte HORIZONT wissen: Was klappte gut, was hätte besser laufen können, und was können andere Veranstalter daraus lernen?
Wie zufrieden sind Sie mit der ersten und womöglich einzigen Republica, die ausschließlich im Netz stattfand? Dafür, dass wir gerade einmal 36 Werktage Vorbereitungszeit hatten und alles besser lief als gedacht, bin ich sehr zufrieden. Bestätigt fühle ich mich von dem durchweg positiven Feedback unserer Community. Viele hat es gefreut, dass wir uns die Mühe gemacht haben anstatt einfach zu sagen: okay, dann findet die Republica eben erst wieder im nächsten Jahr statt. Aber ich muss zugeben: Das waren mit die anstrengendsten Wochen, die ich je erlebt habe.

Würden Sie im Nachhinein sagen: Ein rein digitales Event ist eine echte Alternative zu einer analogen Veranstaltung? Gefühlt: nein. Pragmatisch: möglicherweise.

Inwiefern? Niemand weiß, wann in Deutschland wieder größere Veranstaltungen stattfinden können. Je länger sich das hinzieht, umso mehr werden wir uns mit virtuellen Veranstaltungen arrangieren müssen. Aber, es bleibt dabei: Veranstaltungen leben vor allen Dingen vom Netzwerken und sozialen Interaktionen. Physische Kontakte sind mindestens so wichtig wie das inhaltliche Programm.

Ein paar Zahlen zur Republica 2020
Mehr als 20.000 Besucher strömten im vorigen Jahr in die Station Berlin. Wie viele die Republica in diesem Jahr am Screen verfolgten, lässt sich nicht sagen. Fest steht: Bis zum Abend verzeichneten die vier eingerichteten Kanäle 100.000 Aufrufe. Sie verteilten sich auf die eigens aufgebaute Seite re-publica.tv, den Livestream von Alex TV, Facebook und Youtube

Der ursprüngliche Plan sah 1000 Speaker an drei Tagen vor. Stattdessen waren es 172, darunter Rezo, Heiko Maas, Ruprecht Polenz und Bernhard Pörksen.

Es gab 152 Sessions an diesem einen Tag. Insgesamt dauerte das Programm 51,25 Stunden.

Die Datenmenge, die dabei verbraucht wurde waren 11,2 Terabyte.

Und noch ein Fun-Fakt: Der Verbrauch an Desinfektionsmittel betrug 4,5 Liter.
Worüber waren Sie selbst erstaunt, dass es geklappt hat? Über den virtuellen Hof. Der Innenhof in der Station Berlin ist ja als sozialer Ort ein ganz besonderes Element der analogen Republica.

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