Mark Zuckerberg

Facebook plant offenbar einen eigenen Bereich speziell für Nachrichten

Mark Zuckerberg (links) und Mathias Döpfner unterhalten sich
© Axel Springer
Mark Zuckerberg (links) und Mathias Döpfner unterhalten sich
Im Januar hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigt, sich im neuen Jahr häufiger der Diskussion über die Rolle von Technologie in der Gesellschaft stellen zu wollen. Mit Axel-Springer-CEO und BDZV-Chef Mathias Döpfner hat sich Zuckerberg nun einen Facebook-Kritiker zum gemütlichen Plausch eingeladen. Im Gespräch sagt Zuckerberg unter anderem, dass er ähnlich wie beim Video-Bereich "Watch" eine Rubrik speziell für Nachrichtenangebote plant.
Wie Zuckerberg im Gespräch mit Döpfner verrät, hat der Facebook-Gründer offenbar den Plan, auf Facebook einen eigenen Bereich für "hochqualitative Nachrichten" einzuführen, in dem zahlreiche Publisher ihre Inhalte verbreiten können. Publisher könnten dafür von Facebook eine Art Lizenzgebühr erhalten, die Inhalte wären für die User frei nutzbar.


Die Pläne für dieses Unterfangen sind allerdings noch in den Kinderschuhen, so Zuckerberg. "Eines der Dinge, über die ich bei Facebook nachgedacht habe ist, wie Menschen, die unseren Dienst nutzen und gerne Nachrichten konsumieren, genau dies tun können." Vor gut einem Jahr hatte der Facebook-CEO noch entschieden, den Timeline-Algorithmus so umzustellen, dass Nachrichten im Newsfeed nicht mehr so häufig angezeigt werden - und damit in der Medienlandschaft für Unsicherheit und in der Folge für radikal sinkende Facebook-Reichweiten gesorgt.

Bei der Frage, ob journalistische Nachrichten in dem neuen Facebook-Bereich für News kuratiert werden sollten oder sich Facebook neutral verhalten sollte, hat Döpfner eine klare Meinung: "Facebook sollte sich so neutral wie möglich verhalten", sagt der Axel-Springer-Chef, der zudem einen Appell an Zuckerberg richtet: "Je besser das Geschäftsmodell ist, das Facebook für Publisher anbietet, desto eher zieht Facebook qualitativen Journalismus an. Wenn es Facebook dabei nur um Reichweite und Popularität geht, sind die Risiken für Manipulation aus China oder Russland sehr hoch." ron


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