M&A-Aktivitäten

Medienhäuser investieren zunehmend in branchenfremde Geschäfte

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Die Zahl der Deals in der Medienbranche ist weiter gestiegen
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Die Zahl der Deals in der Medienbranche ist weiter gestiegen
Die deutschen Medienhäuser haben in diesem Jahr verstärkt in neue Geschäftsfelder investiert. Das geht aus einer Studie der Strategieberatung Ey-Parthenon hervor. Dabei gehen die Investitionen in werbefinanzierte Geschäftsmodelle zurück - die Medienunternehmen setzen zunehmend auf B2C-Geschäfte wie Paid Services oder den Verkauf "normaler", also physischer Produkte.
Insgesamt stieg die Zahl der nicht markenbezogenen Beteiligungen deutscher Medienunternehmen in diesem Jahr auf 488 - das waren 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Gros der Beteiligungen entfiel dabei auf B2B-Services (140), werbefinanzierte Geschäftsmodelle (133) und Paid Services (112).


Außerdem beteiligten sich Medienhäuser an 71 Firmen, die physische Güter verkaufen. Auffällig ist, das die Investitionen in klassische, also werbefinanzierte Geschäftsmodelle seit drei Jahren rückläufig sind. Viele Medienunternehmen setzen also auf eine Diversifizierung ihres Geschäfts und investieren lieber in branchenfremde Start-ups oder Inkubatoren als in branchennahe Modelle und Unternehmen. 
Medienunternehmen vertrauen immer weniger auf werbefinanzierte Geschäftsmodelle
© EY-Parthenon
Medienunternehmen vertrauen immer weniger auf werbefinanzierte Geschäftsmodelle
"Der Trend, dass Medienhäuser vermehrt in Unternehmen abseits ihres Kerngeschäfts investieren, setzt sich fort", erklärt Sebastian Priebe, Projektleiter der TMT-Practice im Hamburger Büro von EY-Parthenon. Dies gelte, obwohl die Medienunternehmen auch ihr Kerngeschäft zunehmend transformieren und an die digitalen Möglichkeiten sowie die veränderten Kundenbedürfnisse anpassen. "Medienhäuser versuchen frühzeitig, profitable Konsumtrends zu erschließen oder Fähigkeiten aufzubauen und investieren daher in Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen", so die Beobachtung von Priebe.

„Der Trend, dass Medienhäuser vermehrt in Unternehmen abseits ihres Kerngeschäfts investieren, setzt sich fort.“
Sebastian Priebe
Am aktivsten waren in diesem Jahr Axel Springer mit 116 M&A-Aktivitäten und Pro Sieben Sat 1 Media mit 115 Beteiligungen. Die beiden Medienkonzerne verzeichneten außerdem mit dem Einstieg des Finanzinvestors KKR bei Springer und Mediaset bei Pro Sieben Sat 1 die beiden größten Beteiligungen. Die übrigen M&A-Aktivitäten im deutschen Medienmarkt waren eher kleinteilig. Neben Springer und Pro Sieben Sat 1 waren auch Ströer, Hubert Burda Media, die Funke Mediengruppe und Gruner + Jahr relativ umtriebig.
Axel Springer und Pro Sieben Sat 1 waren um umtriebigsten
© EY-Parthenon
Axel Springer und Pro Sieben Sat 1 waren um umtriebigsten
Dabei ist in der Branche keine einheitliche Stregie erkennbar. Die Modelle reichen von einer "Innovationsorientierung" wie bei Axel Springer, über die Aufstellung in "Themen-Clustern" bei Pro Sieben Sat 1, die "Diversifikation und Digitalisierung rund um das eigene Produkt-Portfolio" bei Ströer, ein primäres Agieren als "Finanzinvestor" wie Holtzbrinck über Holtzbrinck Ventures bis hin zu einem "Kategorie-Fokus" bei Hubert Burda Media. dh 
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