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Shona Fraser (re.) auf dem Bewegtbildgipfel
Getty Images/Maja Hitij
"Love Island", "Naked Attraction" und Co

Entertainment-Chefin Shona Fraser über die Erfolgsformel von RTL 2

Shona Fraser (re.) auf dem Bewegtbildgipfel
RTL 2 wird oft als das Schmuddelkind der deutschen TV-Landschaft bezeichnet. Mit Formaten wie "Love Island", "Naked Attraction" oder "Berlin - Tag & Nacht" setzt die RTL-Tochter auf Provokation - mit großem Erfolg bei der Zielgruppe. Die Zauberformel: Cross-Promotion.
von Johanna Christner Mittwoch, 10. Oktober 2018
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Beispiel "Love Island" - rund um die Sendung existieren mittlerweile etwa eine eigene App, Livestreams und Handy-Newsletter, um eine 360-Grad-Welt der Dating-Show zu schaffen. "Oft wird eine Trennung zwischen TV und Online gemacht, das sehen wir jedoch anders - und das schon seit Jahren", sagte Shona Fraser, Leiterin der Entertainment- und Development-Redaktion von RTL 2, am Mittwoch auf dem von HORIZONT veranstalteten Bewegtbildgipfel in Düsseldorf. Jeder einzelne Kanal sei ein Puzzlestück des Gesamten, so Fraser.



Die Zahlen sprechen für sich: Allein auf Instagram besitzt die deutsche "Love Island"-Page 144.000 Follower, rund 15 Millionen schauen online zu. Auf linearer Ebene erreicht RTL 2 mit dem Reality TV-Format eine Einschaltquote von 12 Prozent.

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Das Naserümpfen über die oft als Trash-TV gebrandmarkten Formate sieht Fraser daher gelassen. Allerdings tut sich auch hier etwas: Während früher auf klassische Scripted Reality-Serien gesetzt wurde, sind aus "Berlin - Tag & Nacht", "Köln 50667" und Co. Daily Soaps geworden - mit denen mittlerweile selbst die Prime Time des Senders bespielt wird. "Junge Menschen suchen immer mehr die persönliche Bindung zu Charakteren und brauchen eine Community - und genau das bieten wir", sagte Fraser.


„Der Zuschauer hat sich verändert - er fragt nicht mehr, was gescripted ist und was nicht - dieses Hybrid-Format kommt daher sehr gut an.“
Shona Fraser
Ob nun der gutaussehende Blonde, der Bad Boy oder der Clown - Zuschauer suchen sich ihre persönlichen Lieblingsteilnehmer, die Teil ihres eigenen Lebens werden. Mit gezielten Zeiten in der Werbeansprache, etwa Votings zu Schulpausen, geht RTL 2 vor allem auf die Gewohnheiten der jungen Zielgruppe ein.

Weiterhin wichtig bleibt für den Sender auch seine ernsthaftere Seite mit Dokumentationen und Sozialreportagen wie etwa "Die Gruppe - Schrei nach Leben". "Mit diesen Formaten werden bei unserer Zielgruppe Pain-Points getroffen, die gleichzeitig Hoffnung und Orientierung vermitteln", so Fraser. Dabei gehe es nicht darum, sich über die Protagonisten lustig zu machen, vielmehr würden die Zuschauer dazu angeregt werden, zu helfen. Auch hier zeigt sich: Was emotional anspricht, wirkt sich bei der Zielgruppe positiv aus.

Neu im Programm-Portfolio sind sogenannte Supported Reality-Formate - eine Mischung aus Scripted und Reality. "Der Zuschauer hat sich verändert - er fragt nicht mehr, was gescripted ist und was nicht - dieses Hybrid-Format kommt daher sehr gut an", sagt Fraser. 

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