Lokaljournalismus

Wie Tech-Firmen den US-Medien die Butter vom Brot nehmen

Bei Google Bulletin werden Bürger selbst zu Reportern
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Bei Google Bulletin werden Bürger selbst zu Reportern
Die Nachfrage nach regionalen Nachrichten ist größer denn je. Das Problem: Lokale Medien kämpfen ums Überleben - oder haben den Kampf vielerorts bereits verloren. In den USA entdecken daher zunehmend Tech-Firmen den Lokaljournalismus. Dabei setzen sie zum Teil auf News, die von Algorithmen produziert werden, oder stellen die Infrastruktur, damit Bürger-Reporter selbst loslegen können. Neben Big Playern wie Google und Facebook füllen auch Start-ups wie Nextdoor oder Hoodline die Lücke.
An einem normalen Tag auf einer beliebigen Pinnwand der digitalen Nachbarschaftsplattform Nextdoor findet sich typischerweise ein entlaufener Hund, eine zugelaufene Katze, ein aufgebrochenes Auto, die Frage nach einem zuverlässigen Klempner, die Warnung vor einer verdächtigen Person und eine absurde Umfrage. Wer zu seinen Mitbürgern der umliegenden Straßenblocks lieber etwas Abstand hat, tut bei Nextdoor gut daran, alle Benachrichtigungsfilter lautlos zu stellen, sonst meldet ein ständiges „Ping“ die Melange aus Nützlichem und Banalem.

Doch das Verbindende überwiegt offenbar, denn Nextdoor ist mittlerweile in mehr als 183.000 Nachbarschaften der USA vertreten, in den 25 größten Städten des Landes deckt die 2011 gestartete Plattform 90 Prozent aller Stadtteile ab. In Europa ist Nextdoor in weiteren 20.000 Nachbarschaften in Großbritannien, Deutschland, Spanien und Italien aktiv, mit Axel Springer als einem der europäischen Investoren.

Parallel zum Aufstieg von Plattformen wie Nextdoor spielt sich der Niedergang traditioneller lokaler Medien in den USA ab.

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