Leonine-CEO Fred Kogel

"Natürlich wäre Springer ein interessanter Kunde"

Fred Kogel übernimmt den Chefsessel bei Constantin Medien
© Constantin
Fred Kogel übernimmt den Chefsessel bei Constantin Medien
Seit drei Wochen hat das Kind, das Fred Kogel derzeit gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR aufpäppelt, einen Namen: Leonine. Nun hat der Manager weitere Details über das neue Medienunternehmen bekannt gegeben.
Kogel baut derzeit gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR ein integriertes Medienunternehmen auf, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion von audiovisuellen Inhalten über den Vertrieb bis hin zur Distribution über eigene Medienplattformen abdeckt. Dabei will Leonine vor allem von den Chancen profitieren, die die Digitalisierung bietet: "Die heutige Situation ist noch viel faszinierender als die Anfangszeit des privaten Rundfunks", betont Kogel im Interview mit dem Handelsblatt. "Jeder kann überall zu jeder Zeit Medieninhalte auf jeder Art von Gerät anschauen. Und genau für diesen Markt haben wir uns aufgestellt." 


Die bislang von Leonine übernommenen Firmen wurden dabei nicht zufällig zusammengekauft, weil sie gerade zum Verkauf standen, betont Kogel: "Keine Firma war auf dem Markt. Es war ein systemischer Plan, gerade diese Firmen zu erwerben. Sie wollten auch dabei sein, wenn diese Leonine entsteht. So enstand gemeinsam mit KKR im ersten Halbjahr 2018 das Konzept." Kogel ist selbst Teilhaber von Leonine. Er habe "einen für mich persönlich durchaus sehr hohen Betrag investiert. Es muss ja auch wehtun können."

Zum Kundenkreis gehören aktuell vor allem die bisherigen Partner der übernommenen Firmen. "Mit unseren etablierten Partnern wie ARD, ZDF, RTL Group und Pro Sieben machen wir gutes Geschäft. Große Auftraggeber und Kunden sind heute aber auch Amazon Prime und Netflix. Wir arbeiten mit Joyn und der Deutschen Telekom. Disney und Apple drängen auf den Markt. Zudem produzieren wir mit unserer Digital Unit im nächsten Jahr für Youtube. Für gute Ideen und ein gutes Produkt gibt es immer einen Markt." 
„Wir bleiben schön brav am Boden und arbeiten - mit Spaß, aber hart.“
Fred Kogel
Auch der Medienkonzern Axel Springer, an dem KKR ebenfalls beteiligt ist, wäre aus Sicht von Kogel ein attraktiver Kunde: Es handele sich zwar um getrennte Investments von KKR. "Aber natürlich wäre Springer ein interessanter Kunde." 


Zur Umsatzerwartung macht Kogel noch keine konkreten Angaben: Ein Umsatz im Milliardenbereich wäre Stand heute zu hoch gegriffen. "Dafür müsste man von vorneherein ein europäisches Konzept verfolgen. Noch konsolidieren wir", so Kogel. "In den nächsten zwei Jahren wollen wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz organisch wachsen. Zunächst einmal müssen wir liefern. Dann kann man sich eine Ausweitung in Europa vorstellen. Wir bleiben schön brav am Boden und arbeiten - mit Spaß, aber hart." dh
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