Kooperation mit Verlagen

"Facebook News" startet in Deutschland

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"Facebook News" ist nun auch in Deutschland verfügbar
© IMAGO / ZUMA Wire
"Facebook News" ist nun auch in Deutschland verfügbar
Mit dem neuen Nachrichtenbereich "Facebook News" gibt es auf der Plattform ab sofort auch in Deutschland eine eigene Rubrik für Nachrichteninhalte. Möglich ist dies durch die Zusammenarbeit mit 35 Verlagen, die dadurch neue Monetarisierungsmöglichkeiten erhalten und ihre Inhalte auf Facebook verlinken. Unter den teilnehmenden Medienhäusern sind unter anderem Axel Springer, Die Zeit und Der Spiegel.
Facebook hat am Dienstag in Deutschland einen gesonderten Bereich für journalistische Inhalte gestartet. In den "Facebook News" wird ab sofort in der App und auf der Webseite des Online-Giganten eine Auswahl von Nachrichteninhalten von derzeit 35 Verlagen mit mehr als 100 Medienmarken präsentiert. "Mit 'Facebook News' wollen wir den Menschen auf unserer Plattform mehr Qualitätsjournalismus zur Verfügung stellen und gleichzeitig den Verlagen mehr Monetarisierungsmöglichkeiten bieten", sagte Facebook-Manager Jesper Doub der Deutschen Presse-Agentur.

"Facebook News" war im Oktober 2019 in den USA eingeführt worden. Anfang 2021 startete der Dienst in Großbritannien. Deutschland ist nun das dritte Land weltweit, in dem Facebook und Verlage in dieser Form kooperieren. Der Dienst wird bei Anwenderinnen und Anwendern in Deutschland im Laufe des Tages erscheinen.

Am Montag hatte überraschend der Medienkonzern Axel Springer angekündigt, bei "Facebook News" im Rahmen einer umfassenden internationalen Kooperation mit an Bord zu sein. Neu auf der aktuellen Liste der Kooperationspartner ist unter anderem auch die Südwestdeutsche Medienholding ("Süddeutsche Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung").

Bei "Facebook News" werden die Medienhäuser dafür bezahlt, dass sie Inhalte verlinken, die bislang nicht auf der Plattform zu sehen waren. Sie müssen aber nicht eigens für Facebook produziert werden. In dem Bereich werden künftig aktuelle Schlagzeilen präsentiert, die von einem Team von Journalisten ausgewählt werden, um die Facebook-User über die neuesten Nachrichten zu informieren.
Mark Zuckerberg (l.) im Gespräch mit Springer-Chef Mathias Döpfner
© Screenshot Youtube
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Die Nachricht hat das Zeug, eine Branche, die sich oft uneins ist, weiter zu entzweien. Denn während Axel Springer mit Upday künftig Millionen von Facebook News einstreicht, dort eigene Artikel kuratiert und dennoch weiter auf Erlöse aus dem Leistungsschutzrecht hofft, schauen jene Häuser in die Röhre, die sich von dem US-Tech-Riesen billig kaufen ließen oder Mark Zuckerbergs Verlockungen widerstanden.

Mit Hilfe von Algorithmen wird "Facebook News" zusätzlich auch personalisierte Inhalte anbieten. Diese Auswahl basiert auf den Nachrichten, die Nutzerinnen und Nutzer lesen, teilen und abonnieren. "So können sie neue Interessen und Themen ihrer Lieblingsmedien oder -publikationen entdecken, denen sie bisher nicht gefolgt sind", sagte Doub. Weiterhin bietet das Netzwerk in "Facebook News" traditionelle Rubriken (Wirtschaft, Unterhaltung, Gesundheit, Wissenschaft & Technik sowie Sport). Das Angebot bietet auch sogenannte Kollektionen. Das sind spezielle Themenbereiche, die je nach Lage erstellt werden. Aktuell gibt es eine Covid-19-Kollektion.

Liste der aktuellen Verlagspartner in alphabetischer Reihenfolge

Axel Springer, Conde Nast, Die Zeit, DDV Mediengruppe, Der Spiegel, Olympia Verlag Verlag Nürnberger Presse, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Funke Mediengruppe, Gruner + Jahr, Handelsblatt Media Group, Heise Medien, Ippen, Klambt-Verlag, Marquard Media International, Mediasports Digital, Mediengruppe Oberfranken, Morgenpost Verlag, Motor Presse Stuttgart, Neue Pressegesellschaft, Nordwest-Medien, Promiflash, Promipool, Res Publica Verlag, RP Digital, Spektrum Verlag, Sport Media Group, Sport1 Medien, Südwestdeutsche Medienholding, T3N, Tagesspiegel, TAZ Verlag, Utopia, Verlagsgruppe Passau, VRM
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