Kino-Vermarktung

Oliver Adrian wird Vertriebschef bei Weischer Cinema

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Im Mai übernimmt Oliver Adrian bei Weischer Cinema den Job des Chief Sales Officers
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Im Mai übernimmt Oliver Adrian bei Weischer Cinema den Job des Chief Sales Officers
Regelmäßige Kinobesuche gehören für Oliver Adrian fortan zur Berufsbeschreibung. Im Mai übernimmt der 53-Jährige bei Kinovermarkter Weischer Cinema die neu geschaffene Position des Chief Sales Officer (CSO) und verantwortet in dieser Funktion den gesamten Vertrieb des Kinogeschäfts in Deutschland.
Adrian, offiziell noch bis Ende März Geschäftsführer von ARD Werbung Sales & Services (AS&S) Radio, wechselt damit nicht nur die Gattung, sondern auch den Wohnort. Zumindest unter der Woche schlägt der Frankfurter künftig seine Zelte in Hamburg auf, seiner zweiten Lieblingsstadt. Die Familie – Adrian ist verheiratet und hat zwei Kinder – bleibt in Hessen. Nicht nur deshalb wird das Reisen künftig ebenfalls auf der Tagesordnung stehen: Zu seinen ersten Aufgaben im neuen Job gehört es, die Anfang des Jahres eingeführten Produkt- und Preismodelle "Flex-Targeting" und "Flex-Pricing" im deutschen Markt zu etablieren. Außerdem soll Adrian die programmatische Planung und die automatisierte Abwicklung vorantreiben, Antrittsbesuche bei Agenturen und Kunden werden deshalb nicht lange auf sich warten lassen.


Im Gespräch mit HORIZONT sprüht der Vermarktungsprofi vor Vorfreude auf den neuen Job – trotz aller Herausforderungen, die auf ihn warten. Im Januar lag der Marktanteil von Kino gerade einmal bei 0,4 Prozent, die Brutto-Umsätze von 9,5 Millionen Euro stagnierten im Vorjahresvergleich. "Wie alle klassischen Medien steckt auch Kino in der Phase der digitalen Transformation. Alle Gattungen kämpfen um das begrenzte Zeitpotenzial der Menschen", sagt Adrian. Allerdings habe Weischer Cinema seine Hausaufgaben richtig gut gemacht und die Anforderungen des Werbemarktes ernstgenommen.

Doch auch das Coronavirus und die noch nicht absehbaren Auswirkungen auf das Kino-Geschäft stellt Adrians künftigen Arbeitgeber vor Herausforderungen. Mit dem auf  November verschobenen Start des neuen James-Bond-Films "Keine Zeit zu sterben" fehlt Weischer schon jetzt das wichtigste Highlight im noch jungen Kinojahr.


Umso besser, dass mit Adrian ein bestens vernetzter Branchenexperte zum Unternehmen stößt, der für das, was er tut, brennt: "Es würde mir schwerfallen, etwas zu vermarkten, was für mich persönlich keine Relevanz hat." In den acht Jahren bei AS&S Radio stärkte er mit dieser Einstellung die Position des Vermarkters und baute mit Konkurrent RMS die Online-Buchungsplattform AudiXchange. Zudem bringt Adrian Erfahrungen aus seiner Zeit bei Mindshare, IP Deutschland und Frankfurter Allgemeiner Zeitung mit in den Norden, neben ersten Verkaufsargumenten: der Macht des großen Bildschirms beispielsweise im Vergleich zu der des kleinen Smartphone-Displays. "Auf die Gespräche mit dem Markt freue ich mich jetzt schon sehr."

Bei der AS&S sind Geschäftsführerin Elke Schneiderbanger und Michael Loeb, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der AS&S, offenbar nach wie vor auf der Suche nach einer Person, die Adrians Aufgaben übernimmt. Er selbst hat jedenfalls noch keinen Nachfolger eingearbeitet. kan
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