Kinder-Medien-Studie 2019

Ente, Maus und Elefant sind im Kinderzimmer immer noch die Stars

Am aller beliebtesten bei der jüngeren Zielgruppe: Das Lustige Taschenbuch von Disney
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Am aller beliebtesten bei der jüngeren Zielgruppe: Das Lustige Taschenbuch von Disney
Wenigstens in der jüngsten Zielgruppe bleibt das Lesen von Printprodukten stabil: Wie im Vorjahr liegt die Zahl der Kinder zwischen 4 und 13 Jahren, die regelmäßig zu einer Kinderkaufzeitschrift greifen, bei 74 Prozent. Das entspricht einer Gesamtreichweite von 4,3 Millionen Kindern. 95 Prozent der 6- bis 13-Jährigen lesen die Magazine dabei meist komplett durch und lassen sich nicht von anderen Medien ablenken. Laut der heute veröffentlichten Kinder-Medien-Studie 2019 geben 81 Prozent der befragten Kinder (4 bis 13 Jahre) an, dass sie während des Lesens weder etwas anderes hören noch sehen – die Aufmerksamkeit gehört ganz und gar dem einen Kanal.

Zum dritten Mal haben die Verlagshäuser Blue Ocean Entertainment, Egmont Ehapa Media, Gruner + Jahr, Panini Verlag, Spiegel Verlag sowie Zeit Verlag die Mediennutzung sowie das Konsum- und Freizeitverhalten von 7,31 Millionen Kinder zwischen 4 und 13 Jahren gemeinsam untersucht. Dass der Konsum von Kinderzeitschriften dabei nicht zurückgegangen ist, sondern sich auf Vorjahresniveau hält, ist für die Häuser eine erleichternde Erkenntnis, wenngleich auch nicht ganz überraschend. Immerhin ist das Mediennutzungsverhalten der Zielgruppe noch zu großen Teilen auch von den Eltern gesteuert.

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Und die Eltern halten den Zeitschriftenkonsum für wichtig: 84 Prozent vertrauen darauf, dass ihr Kind währenddessen etwas lernen kann, 77 Prozent mögen, dass komplexe Sachverhalte einfach erklärt werden und 74 Prozent halten das Lesen für eine sinnvolle Beschäftigung. Übrigens sehen es die Kinder ähnlich: 91 Prozent bestätigen, dass das Lesen von Zeitschriften Spaß macht – genauso viele sagen, dass sie dabei etwas lernen. Die absoluten Lieblinge kommen allerdings aus dem Comicbereich: Disney Lustiges Taschenbuch und Micky Maus Comics sind die Favoriten der 6- bis 13-jährigen Leserschaft. Bei den Jüngeren Kindern zwischen vier und fünf führt Benjamin Blümchen das Ranking an.
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Die anderen Medien werden von der Kinder-Medien-Studie nicht ausgespart. Dabei zeigt sich allerdings durchaus eine Tendenz hin zum Digitalen: Im Internet surfen ist für 45 Prozent der Kinder bereits mehrmals die Woche eine Form der Freizeitgestaltung, Youtube nutzen liegt mit 44 Prozent auf gleicher Höhe mit Familienaktivitäten.
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Auch der Drang zum eigenen Smartphone ist nicht zu übersehen: 82  Prozent der 10- bis 13-Jährigen haben bereits eines, ebenso wie 31 Prozent der 6- bis 9-Jährigen. Entsprechend ist der Wunsch nach einem eigenen Gerät bei dieser Altersgruppe am höchsten: 57 Prozent möchten ein Smartphone – und sogar 21 Prozent der 4- bis 5-Jährigen hegen diesen Wunsch bereits.


Für Marken ist die Zielgruppe weiterhin ein wichtiger, weil früher Anker. Zum einen zeigen die Jüngsten ausgeprägtes Markenbewusstsein, unter anderem bei Schuhen und Sneakern, sowie bei allem rund um Taschen und Kleidungen.
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Zum anderen sind sie eine finanziell gut ausgerüstete Zielgruppe: Aus Taschengeld und Geldgeschenken ergibt sich pro Jahr eine Summe von rund 3 Milliarden Euro, über die die Kids verfügen.

Und das dürfen 77 Prozent von ihnen selbstständig ausgeben. Bei 70 Prozent der befragten 4- bis 13-Jährigen wird es in Süßigkeiten investiert, 52 Prozent kaufen sich Zeitschriften und Comics davon.
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Erfreulich: Zwar bekommen Jungen im Schnitt noch immer mehr als Mädchen, doch das Gender Pay-Gap schließt sich hier: Jungen und Mädchen erhalten mehr oder weniger die gleiche Summe. Das durchschnittliche Taschengeld für Mädchen wie Jungen ist in den vergangenen zwei Jahren allerdings gesunken: von 24,58 Euro auf 20,52 Euro monatlich. son


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