Kinder Medien Monitor 2020

So überraschend klassisch ist die Mediennutzung von Kindern

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Lesen steht bei Kindern nach wie vor hoch im Kurs
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Lesen steht bei Kindern nach wie vor hoch im Kurs
Aus der Kinder-Medien-Studie wird der "Kinder Medien Monitor": Während Blue Ocean ab 2021 eine eigene Studienreihe zum Mediennutzungsverhalten von Kindern veröffentlicht, führen die anderen bislang an der Kinder-Medien-Studie beteiligten Verlage die Markt-Media-Studie unter neuem Namen weiter. Der erste Kinder Medien Monitor zeigt: Die meisten Kinder nutzen Medien noch weitgehend klassisch. Fernsehen wird noch überwiegend linear geschaut, gelesen wird vor allem auf Papier. 
Inhaltlich bleiben die beteiligten Verlage Egmont Ehapa, Gruner + Jahr, Panini, Spiegel Verlag und der Zeit Verlag der Linie der bisherigen Kinder-Medien-Studie treu. Neben der Nutzung von Printmedien wurde auch im neuen Kinder Medien Monitor die Mediennutzung der 4- bis 13-Jährigen ganzheitlich betrachtet, also inklusive Fernsehen, Radio und digitaler Kanäle. Blue Ocean will in seiner ab 2021 erscheinenden Studienreihe dagegen die Nutzung von Zeitschriften in den Mittelpunkt stellen. 


Die Ergebnisse des heute vorgestellten Kinder Medien Monitor in a Nutshell: Das Mediennutzungsverhalten der Kids ist erstaunlich klassisch. Bewegtbild wird noch überwiegend im linearen Fernsehen geschaut, Musik im Radio oder auf CD gehört und gelesen werden vor allem gedruckte Zeitschriften und Bücher. Dabei dürfte auch der Einfluss der Eltern eine große Rolle spielen. Mit zunehmenden Alter nimmt die Nutzung digitaler Medien wie Video- und Streamingdienste stark zu. 

Bei der Mediennutzung lassen sich vier Gruppen unterscheiden:


Die Klassischen (45 Prozent): Ihr Fokus beim Medienkonsum liegt ganz klar auf dem laufenden Fernseh-und Radioprogramm, gelesen wird fast ausschließlich von Papier. Auch in der Kommunikation halten sie es gern klassisch. Digitale Kanäle und Apps nutzen sie nur unterdurchschnittlich. 

Die Zurückhaltenden (22 Prozent): Lineares TV und Zeitschriften sind in dieser Gruppe die Medien der Wahl, insgesamt sind die Mediennutzung und das Kommunikationsverhalten über alle Kanäle hinweg allerdings weit unterdurchschnittlich.

Die Multis (19 Prozent): Sie sind ständig auf sämtlichen Medienplattformen und -kanälen unterwegs und kommunizieren überdurchschnittlich stark über alle verfügbaren Kommunikationskanäle und -Apps. 

Die Streamer (14 Prozent): Das Leben der Streamer spielt sich vorwiegend in Streaming- und Videodiensten ab, die digitale Welt prägt ihr Kommunikationsverhalten. Wie keine Gruppe sonst nutzen die Streamer alle möglichen digitalen Kommunikationskanäle und -Apps. 

Besonders erfreulich für die Auftraggeber der Studie: Print genießt bei Kindern und Eltern weiterhin einen hohen Stellenwert. 73 Prozent der Kinder lesen mehrmals pro Woche Bücher oder Zeitschriften. Bei den 4- und 5-Jährigen stehen Feuerwehrmann Sam, Bob der Baumeister und Winnie Puuh am höchsten im Kurs, bei den 6- bis 13-Jährigen erzielen das Fußballmagazin Just Kick-it, der Klassiker Disneys Lustiges Taschenbuch und Geolino die höchsten Reichweiten. Erfasst wurden allerdings nur die Titel der beteiligten Verlage - die bei Kindern sehr beliebten Lego-Magazine von Blue Ocean wurden bei der Erhebung nicht berücksichtigt. 
Fußball steht schon bei den Jüngsten hoch im Kurs
© Kinder Medien Monitor 2020
Fußball steht schon bei den Jüngsten hoch im Kurs
Neben der Mediennutzung wurde im Kinder Medien Monitor auch die Einstellung von Kindern zu Marken erhoben. Dabei zeigte sich, dass schon Kinder in vielen Bereichen auf Markenartikel Wert legen - vor allem bei Sportschuhen (56 Prozent ist hier die Marke wichtig), Taschen und Rucksäcken (53 Prozent) und Spielsachen (51 Prozent). Die größte Bereitschaft der Eltern, auf Markenwünsche einzugehen, besteht in den Bereichen Essen und Trinken (Markenwunsch wird von 59 Prozent meistens erfüllt), Spielsachen (46 Prozent) und Schulsachen (42 Prozent). Die größte Diskrepanz zwischen den Markenwünschen der Kinder und der Bereitschaft der Eltern, diese auch zu erfüllen, besteht bei Smartphones: Während 45 Prozent der Kinder hier eine klare Präferenz haben, werden die Wünsche der Kinder hier nur von 19 Prozent der Eltern meistens erfüllt. 
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Für den Kinder Medien Monitor wurden 2.511 Interviews geführt, davon 504 Interviews mit einem Erziehungsberechtigten der Vier- bis Fünfjährigen und 2.007 Doppelinterviews mit den Sechs- bis 13-Jährigen und einem ihrer Erziehungsberechtigten. Diese stehen für insgesamt 7,38 Millionen deutschsprachige Kinder. Durchgeführt wurde die Studie federführend vom Bremer Marktforschungsunternehmen Immediate. dh
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