Julian Reichelt & Paul Ronzheimer

"Wir sind wie Pinky and the Brain"

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Paul Ronzheimer (l.) und Julian Reichelt sehen sich als "Live-Rock'n'Roller des Reporterjournalismus"
© Björn-Arne Eisermann für HORIZONT
Paul Ronzheimer (l.) und Julian Reichelt sehen sich als "Live-Rock'n'Roller des Reporterjournalismus"
Mit Bild-Chef Julian Reichelt geht gern mal das Temperament durch. Sein Vize Paul Ronzheimer ist dann der Einzige, der widerspricht und ihn (und Bild) vor Schlimmerem bewahrt. Das gelingt oft, wenngleich nicht immer, wie der jüngste Streit mit dem Virologen Christian Drosten beweist. HORIZONT wollte von den beiden Journalisten wissen: Was ist das Geheimnis ihrer Freundschaft?
Herr Reichelt, Sie sagten einmal, Sie beurteilten Menschen danach, ...

Julian Reichelt: Das war ein Fehler.

Ich habe noch gar nicht ausgeredet. Sie sagten einmal, Sie beurteilten Menschen danach, ob Sie mit ihnen gemeinsam im Schützengraben liegen wollten.

Reichelt: Als ich heute Morgen beim Duschen überlegte, was Sie mich fragen könnten, war mir klar, dass Sie damit anfangen würden.

Sie erklärten es so: Wer sich selbst im Krieg anständig verhalte, sei wirklich ein anständiger Mensch.

Reichelt: Wir sind, Gott sei Dank, nicht im Krieg. Das war die falsche Metapher. Ich würde das so nicht wieder sagen.

Lagen Sie beide schon einmal zusammen im Schützengraben?

Paul Ronzheimer: Zusammen nie.

Aber Sie einen die, wenngleich getrennt voneinander gemachten, Erfahrungen als Kriegs- und Krisenreporter?

Steve Plesker AOK
© AOK Bundesverband
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Ronzheimer: Total. Als Julian Chefredakteur von Bild.de wurde, spitzte sich die Ukraine-Krise zu. Das war 2013/14. Ich war monatelang dort und damals noch sehr unerfahren. Julian war der Einzige, mit dem ich über die Geschichten, Entwicklungen und Risiken gesprochen habe, weil er Ähnliches selbst durchlebt hat.
„Das Problem ist, dass viele der Intensität der Diskussion mit Julian nicht standhalten.“
Paul Ronzheimer
Reichelt: Das sind existenzielle Erfahrungen, die einen für immer verändern. Es relativiert vieles und macht es hinterher schwierig, sich im zivilen Alltag wieder einzuleben. Das Verständnis dafür, wie man sich da fühlt, kann man nur haben, wenn man es selbst erlebt hat. Das schafft eine enorme Nähe. Aber das ist nicht der einzige Grund für unsere wirklich tiefe Freundschaft.

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