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Joyn geht im Mai online
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P7S1 und Discovery starten im Mai Beta-Version ihrer Streamingplattform

Joyn geht im Mai online
Das Kind bekommt einen Namen: Pro Sieben Sat 1 und Discovery Networks Deutschland nennen ihre gemeinsame Streaming-Plattform Joyn. Das Angebot ist der Nachfolger der 7TV-App und startet im Mai in der Beta-Version für ausgewählte Nutzer. In der Plattform gehen Angebote wie Maxdome und Eurosport Player auf. Joyn soll offiziell im Juni starten und wird laut den Partnern das "größte kostenlose Free-TV-Angebot in Deutschland".
von Juliane Paperlein Mittwoch, 08. Mai 2019
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Mit der Plattform wollen P7S1 und Discovery eine deutsche Alternative zu Netflix & Co bieten. Viele Inhalte werden 7 Tage vorab und 30 Tage nach Ausstrahlung im linearen TV verfügbar sein. Joyn wird Livestreams von über 50 Sendern enthalten sowie ein umfangreiches On-Demand-Angebot, das auch viele lokale und exklusive Inhalte beinhalten soll. Darunter zum Beispiel die 3. Staffel, der P7S1-Onlineserie "Jerks" mit Christian Ulmen und Fahri Yardim. Als exklusive Preview startet auch die Serie "Die Läusemutter" (Arbeitstitel). Ende 2019 soll die Serie "Check Check" mit Klaas Heufer-Umlauf kommen und "Frau Jordan stellt sich gleich" mit Katrin Bauerfeind


Der offizielle Start der App im Juni wird durch eine breite Kampagne auf allen Sendern von Pro Sieben Sat 1 und Discovery unterstützt werden. Für die Kreation zeichnet Havas in München verantwortlich. "Als lokaler Premium Player wollen wir den deutschen Streaming-Markt verändern", gibt sich Alexandar Vassilev, CEO und Geschäftsführer von Joyn, selbstbewusst. Er will den "deutschen ,Champion of Choice' gestalten". Katja Hofem, seit Februar ebenfalls Geschäftsführerin und CCMO, ergänzt: "Authentizität und Menschlichkeit, eine Marke, die dem Nutzer zuhört: das ist Joyn".

Pro Sieben Sat 1 und Discovery wollen mit ihren Inhalten nicht allein bleiben. Das erklärte Ziel der Partner ist es, alle deutschen Contentanbieter auf der Plattform zu versammeln. Wie das aussehen kann, ist unklar. Gespräche in alle Richtungen sollen laufen.


Der private Konkurrent Mediengruppe RTL Deutschland hat seine Plattform TV Now bereits Ende 2018 relauncht und tritt ebenfalls mit dem Anspruch an, ein Aggregator für deutsche Medieninhalte zu sein. Der Konzern trommelt heftig für TV Now und kommt im Wochentakt mit neuen exklusiven Inhalten wie "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" oder aktuell "Die Morde des Herrn ABC". Ob die beiden Kontrahenten noch zusammenfinden werden, ist unklar. Ebenfalls für ein gemeinsames Angebot macht sich Ulrich Wilhelm stark, der Vorsitzende der ARD. Er will die Mediatheken von ARD und ZDF vernetzen, aber auch ein europäisches Angebot für alle Arten von Inhalten schaffen und damit ein Gegengewicht zu den US-Playern Amazon Prime Video und Netflix bauen.

Beide wachsen stark im deutschen Markt. Derzeit sind die Dienste werbefrei. Sollten sich die US-Konzerne jedoch doch dazu entschließen, sich für Werbung zu öffnen, dürfte es auf einen Schlag enger für die deutschen werbefinanzierten Angebote werden, da die US-Plattformen über interessante Reichweiten und Zielgruppen verfügen. pap
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