Joko Winterscheidt beim Innovationstag

"Ich habe einfach Bock auf Neues"

Modrator Wolfram Kons im Interview mit Joko Winterscheidt
© Serviceplan
Modrator Wolfram Kons im Interview mit Joko Winterscheidt
Der Tod ist seine einzige Schmerzgrenze. Im Interview mit Moderator Wolfram Kons beim Innovationstag von Serviceplan plaudert Joko Winterscheidt über seinen härtesten Stunt in "Joko & Klaas", erklärt, was ihn an Kuheutern so fasziniert und was ihn zum Erröten bringt.
"Ich habe einfach Bock auf Neues und neue Leute. Und ich habe Angst, eine gute Gelegenheit, die sich bietet, nicht zu nutzen." erklärt Joko Winterscheidt seinen Antrieb. Vieles in seinem Leben sei aber eher ein Zufallsprodukt, zum Beispiel dass er beim Fernsehen gelandet sei. Ursprünglich nämlich wollte er Lufthansa-Pilot werden. Doch auf dem Rückweg vom verpatzten Einstellungstest lag ein Fernsehstudio, wo Winterscheidt ein Praktikum begann. Der Rest ist bekannt.


Mit Partner Klaas Heufer-Umlauf bildet er seither ein kongeniales Duo: "Joko gegen Klaas" –, "Circus HalliGalli" und "Die beste Show der Welt" sind nur einige der Erfolge, die, so Winterscheidt, auch nur im Team möglich waren. "Wir sind wie die Brüder, die sich nie haben wollten. Aber wir können nicht ohne einander." Er wisse genau, was er seinem Kompagnon zu verdanken habe. Mit ihm gemeinsam hat er nun auch die bisherige Produktionsfirma Endemol verlassen, gerade eben haben sie die Gründung ihres eigenen Unternehmens "Black Flamingo" verkündet. "Es war einfach Zeit, flügge zu werden", erklärt Winterscheidt. "Ab und zu braucht man einen Schritt ins kalte Wasser, um vielleicht mal wieder etwas anders zu machen. "Wir werden uns jetzt aber auch Produktionen außerhalb von Joko & Klaas öffnen", kündigt er an. "Aber viel an unserem Sendekonzept verändern werden wir nicht", meint Winterscheidt.
„Ich habe einfach Bock auf Neues und neue Leute. Und ich habe Angst, eine gute Gelegenheit, die sich bietet, nicht zu nutzen.“
Joko Winterscheidt
Was denn seine Schmerzgrenze sei bei den halsbrecherischen Challenges, die die beiden Moderatoren gegeneinander austragen? "Eigentlich nur der Tod", sagt Winterscheidt. Der hätte ihn allerdings schon beinahe mal ereilt: bei einem Halo-Jump, einem Sprung aus 13.000 Metern Höhe, am Rand der Erdatmosphäre. Ging aber zum Glück noch mal gut.

Die Luft ging ihm nicht aus. Zusammen mit Gruner + Jahr bringt Winterscheidt seit März JWD heraus, ein Reportagemagazin, basierend auf der Marke "Joko", das Frauen und Männer gleichermaßen ansprechen soll. Winterscheidt legt hier auch selbst Hand an, war in Südtirol auf der Alm zum Melken – "so ein Kuheuter fühlt sich krass an" - und Käse machen. Ja sowas mag auch eine existenzielle Erfahrung an der Schmerzgrenze sein. Wohin es mit dem Heft noch gehen soll? Auch das wartet Winterscheidt einfach mal ab. Er sei eigentlich kein Unternehmer, er schaue  einfach, was sich entwickle. Aber er können sich einige digitale Extensions vorstellen. JWD daily – Why not? Manche seiner "Zufallstätigkeiten" gehen auch mal schief. Go Butler ist so ein Beispiel, ein 24-Stunden-Concierge-Service, der per SMS Wünsche erfüllen wollte. Winterscheidt investierte 2016 in das Berliner Startup. "Ich dachte ernsthaft, Go Butler wird das neue Facebook." So richtig rausrücken mit der Sprache will er nicht, wieviel Geld er damals versenkt habe. Millionen? Einen mittleren sechsstelligen Betrag? Der Moderator hakt mehrmals nach: "Vielleicht", lautet die vage Antwort. Und Kons frohlockt: "Ich habe es geschafft, Joko zum Erröten zubringen." vg
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