Jahreszeiten Verlag

Feinschmecker holt Manthey-Managerin Frauke Eckert – und wirft G+J Abkupferei vor

Frauke Eckert
© Jalag
Frauke Eckert
Der Jahreszeiten Verlag installiert bei seinen Food-Titeln (Feinschmecker, Lafer, Foodie) die Position eines Publishers. Den Job übernimmt ab sofort Frauke Eckert. Derweil empfängt der Jalag den künftigen Wettbewerber B-Eat von Gruner + Jahr mit gepfefferten Vorwürfen.

In den vergangenen zehn Jahren war Eckert Geschäftsführerin bei Dirk Mantheys Ernährungs-Portal und -Zeitschrift Eat Smarter, davor in den 90er-Jahren Marketingchefin in dessen damaligem Milchstraße-Verlag und bis 2006 fürs Lizenzgeschäft von Fit for Fun verantwortlich. Dort gab es seinerzeit bis zu 30 Food- und Fitnessprodukte unter dem Label der heutigen Burda-Marke.



Für Jalags Food-Titel soll Eckert neue Vermarktungsprodukte entwickeln, etwa Lizenzdeals, Marketingpakete und gastronomienahe Veranstaltungen für (Werbe-)Kunden. Hierfür gibt es nun eine Kooperation mit der Eventagentur Kick Media, die zudem etliche Sterne- und TV-Köche vertritt. Entsprechend berichtet Eckert an Vermarktungs-Geschäftsführerin Helma Spieker. "Wir wollen weiterhin nicht nur durch unsere jungen und weitere neue Titel profitabel wachsen, sondern auch durch den kreativen Ausbau und die Markenspreizung unseres bestehenden Portfolios", sagt Jalag-Geschäftsführer Peter Rensmann.

Als Aufrüstung gegen Gruner + Jahrs ab Herbst zweimonatlich erscheinenden Gastro-Titel B-Eat versteht der Jalag seine Offensive nicht. Die G+J-Pläne wurden erst im Mai bekannt – die Personalie Eckert war da wohl längst verhandelt. Doch kalt lassen kann dieser Angriff auf seinen Feinschmecker den Jalag nicht. Dass es den Titel seit über 40 Jahren gibt, sieht Rensmann zwar als „wertvolles Asset, weil die Marke in dieser Zeit eine einzigartige Bekanntheits- und Vertrauensbasis aufgebaut hat“. Und freut sich, „dass G+J wie wir an innovative neue Zeitschriftenkonzepte glaubt und auch regelmäßig neue Magazine launcht“.


B-Eat allerdings – Rensmann spricht und schreibt den Konkurrenztitel bewusst „B minus Eat“ – sei „eine heftige ,Feinschmecker meets Rolling Pin‘-Kopie“, sagt er mit Blick auch auf das österreichische Kult-Fachmagazin für junge Köche. Zudem lese sich die G+J-Präsentation für Anzeigenkunden „in weiten Teilen wie eine exakte Beschreibung“ des Feinschmecker-Markenkonzepts – „nur eben im Pseudo-Hipster-Sprech“. Rensmann sieht die G+J-Pläne somit als „wahrhaftige Bestätigung für das Original“.

Gleichwohl will man im Werbemarkt nun stärker betonen, dass allein der Feinschmecker „der kulinarische Lead-Titel in Deutschland“ sei, mit relativ stabilen Verkäufen (70.000 Stück) bei einem hohen Copypreis (9,95 Euro) und hoher Planungsflexibilität dank Monatsfrequenz. Außerdem erscheint in diesem Jahr das Best-of-Heft als 13. Ausgabe auch im Handel. Neues auch bei den werbevermarkteten Beilagen: Neben den Gastro-Führern im Taschenbuchformat kommen in diesem Jahr erstmals auch monothematische Rezepte-Specials in Übergröße.

Dieses Motto gilt fürs gesamte Haus: Das, was nicht gut klappt, stellt der Jalag ein oder erst einmal zurück. Und von dem, was gut funktioniert, produziert man mehr. So auch beim Food- und Health-Ratgebermagazin Iss dich gesund, das im vergangenen Herbst versuchsweise erschien. Der Titel, für den TV-„Ernährungs-Doc“ Matthias Riedl als medizinischer Berater Pate steht, erscheint jetzt viermal im Jahr. rp

stats