Jahresbilanz

Ströer legt 2018 kräftig zu und will weiter wachsen

Co-Vorstandschef Christian Schmalzl kann gute Zahlen präsentieren
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Co-Vorstandschef Christian Schmalzl kann gute Zahlen präsentieren
Der Werbevermarkter Ströer ist 2018 unter anderem dank eines guten Kerngeschäfts mit Außenwerbung und Übernahmen im Telefon- und Direktvertrieb kräftig gewachsen. Der Umsatz sei um 23 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Dienstag in Köln mit. Das organische Wachstum, bei dem unter anderem die Folgen von Übernahmen herausgerechnet sind, habe acht Prozent betragen.
Im laufenden Jahr peilt Ströer, zu dem unter anderem die Medienmarken wie T-Online oder Watson gehören, weitere Zuwächse an. Zuversicht gibt dabei der gute Geschäftsverlauf in den ersten Monaten des Jahres. "Wir erwarten für das Jahr 2019 eine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung im mittleren einstelligen Prozentbereich und freuen uns über einen starken Start in das neue Geschäftsjahr", sagte Co-Vorstandschef Christian Schmalzl. 


Im vergangenen Jahr stieg das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 14 Prozent auf 543 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn legte um 15 Prozent auf 200 Millionen Euro zu. Das Ergebnis lag damit im Rahmen der Erwartungen der Analysten. 

An der Börse wurden die Zahlen und vor allem der Ausblick positiv aufgenommen, die Aktie stieg um gut 1,5 Prozent im frühen Handel. Dank des Geschäfts mit digitalen Inhalten und Marketing habe das Wachstum aus eigener Kraft ihre Annahme übertroffen, schrieb Goldman-Sachs-Analystin Katherine Tait in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Stark sei außerdem der Ausblick auf das erste Quartal. 


Die Aktie setzte ihre kräftige Erholung der vergangenen Wochen fort. Seit dem Jahrestief von 40,30 Euro zu Beginn des Jahres ging es um fast 30 Prozent nach oben. Im Herbst vergangenen Jahres waren die Wertpapiere aus dem MDax in den SDax abgestiegen. 

Mit dem aktuellen Kursniveau liegt das Papier aber immer noch einiges unter dem Rekordhoch von 66,40 Euro aus dem Februar vergangenen Jahres. Gründe für den Absturz im vergangenen Jahr waren unter anderem Sorgen über das Türkei-Geschäft und Befürchtungen, dass das Stammgeschäft mit der Außenwerbung unter der Konkurrenz von Internetunternehmen wie Google oder Facebook nachhaltig leidet. 

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Unternehmensgründer und Co-Vorstandschef Udo Müller sieht sich aber gut aufgestellt, um dem zu trotzen. Dank der Zukäufe im Direktmarketing und digitalen Inhalten sei die beste Basis für nachhaltiges organisches Wachstum bei gleichzeitig hoher Profitabilität gegeben, heißt es in der Mitteilung. Zudem wachse zudem der Außenwerbemarkt seit 15 Jahren strukturell nachhaltig und kontinuierlich, sowohl national als auch international - dies zeigten die aktuelle Marktentwicklung und jüngste Studien. dpa
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