IVW 4/2018

Stern verliert erneut zweistellig, Handelsblatt bestätigt Aufwärtstrend

Die Auflagen der meisten Zeitschriften bröckeln weiter
© Fotolia
Die Auflagen der meisten Zeitschriften bröckeln weiter
Die IVW hat am Donnerstag die Auflagenzahlen für das 4. Quartal 2018 veröffentlicht. Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Die allermeisten Zeitschriften und Zeitungen liegen erneut im Minus. Hart getroffen hat es erneut den Stern, der unter die Marke von 500.000 verkauften Heften fällt. Aber es gibt auch positive Ausnahmen. 
Zunächst ein Blick auf die großen aktuellen Magazine: Der Stern liegt mit einem Rückgang der verkauften Auflage um 11,5 Prozent erneut tief im Minus. Die verkaufte Auflage fällt mit durchschnittlich 480.739 Exemplaren pro Ausgabe unter die Marke von einer halben Million Exemplaren. Vor allem der Einzelverkauf des Magazins ist stark rückläufig (-16,8 Prozent). 


Vergleichsweise glimpflich kamen die beiden großen Nachrichtenmagazine davon: Die verkaufte Auflage des Spiegel sinkt um 2,6 Prozent auf 712.268 Exemplare, der Focus verliert knapp 3 Prozent und liegt damit bei 416.276 Exemplaren. Positiv: Die Abo-Auflage ist bei beiden Magazinen weitgehend stabil. 

Generell liegen aber fast alle großen Zeitschriften im Minus. Von den 20 auflagenstärksten Kaufzeitschriften konnte allein Nur TV Plus, die gemeinsam ausgewiesene Kombi der Billig-Programmies Nur TV, TV Sudoku und TV Clever zulegen. Alle anderen großen Titel verloren Auflage. Es gibt aber auch positive Ausnahmen: Freizeit Express, Adel Aktuell, Für Sie, Lust auf Genuss oder Land Idee konnten zulegen. 

Handelsblatt gewinnt erneut gegen den Trend

Ein ähnliches Bild bietet sich beim Blick auf die Auflagen der großen Zeitungen: Die Bild (inklusive der mittlerweile eingestellten Fußball-Bild) büßt weitere 9 Prozent ihrer verkauften Auflage ein und rutscht mit 1,43 Millionen verkauften Exemplaren unter die Marke von 1,5 Millionen. Bei der Welt liegt das Minus bei 8,2 Prozent. Die verkaufte Auflage lag im 4. Quartal damit noch bei 155.607 Exemplaren. Die Abo-Auflage sinkt um bedenkliche 13 Prozent. Die Welt am Sonntag konnte ihre verkaufte Auflage dagegen um 4,3 Prozent auf 366.056 Exememplare steigern. Die BamS verliert 7,1 Prozent und liegt damit bei 769.502 Exemplaren. 


Von den großen überregionalen Tageszeitungen konnte sich lediglich das Handelsblatt dem strukturellen Abwärtstrend entziehen: Die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung steigerte ihre Auflage um 2,4 Prozent auf 128.841 Exemplare - allerdings vor allem durch mehr Bordexemplare und mehr sonstige Verkäufe. 

Die Süddeutsche Zeitung liegt mit 3,6 Prozent (345.156 Exemplare) ebenso leicht im Minus wie die Frankfurter Allgemeine, die 3,7 Prozent verliert und noch 235.271 Exemplare verkauft. 

Etwas höher fällt das Minus bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung aus: Eine verkaufte Auflage von 250.527 Exemplaren entspricht einem Minus von 4,7 Prozent. Die Zeit kann ihre Auflage mit 505.640 Exemplaren insgesamt stabil halten und gleicht das zweistellige Minus im Einzelverkauf mit einem leichten Zuwachs bei den Abos und den sonstigen Verkäufen aus. dh
stats