IVW 3/2019

E-Paper bremsen Auflagenverluste vieler Titel

Die Auflagen der meisten Printtitel gehen weiter zurück, die Verluste haben sich aber verlangsamt
© Igor Saveliev / Pixabay
Die Auflagen der meisten Printtitel gehen weiter zurück, die Verluste haben sich aber verlangsamt
Auch im 3. Quartal gehen die IVW-Auflagen der meisten Zeitungen und Zeitschriften weiter zurück. Hoffnungssignale setzen indes die steigenden E-Paper-Verkäufe. Bei Spiegel, Zeit und dem Handelsblatt können die digitalen Ausgaben den Gesamtrückgang verlangsamen – oder die Verkäufe sogar leicht ins Plus drehen.

So liegen zum Beispiel das Handelsblatt und Die Zeit aufgrund deutlicher gestiegener E-Paper-Verkäufe im Plus. Beim Handelsblatt trägt das E-Paper mit 70.277 Stück mittlerweile mehr als die Hälfte zur gesamten verkauften Auflage von 132.789 Exemplaren bei. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die elektronische Auflage um rund 15.000 Stück. Unter dem Strich wuchs die verkaufte Auflage der Wirtschaftszeitung um 6,8 Prozent. Allerdings wurde auch der Sonstige Verkauf deutlich ausgeweitet. 



Die Zeit konnte ihre E-Paper-Auflage um fast 30.000 Exemplare auf rund 127.000 ausbauen. Mit rund 20.000 zusätzlichen Abos trägt das E-Paper auch dazu bei, dass die Abo-Auflage um knapp 3 Prozent auf rund 350.000 Exemplare steigt. Insgesamt lag die verkaufte Auflage der Hamburger Wochenzeitung bei 502.337 Exemplaren - ein Plus um 2 Prozent.  Bei den meisten überregionalen Zeitungen dominieren allerdings die roten Zahlen. Die Auflage der Welt bricht durch die um zwei Drittel zusammengestrichene Bordauflage erneut um 27 Prozent auf 117.840 Exemplare ein. Ein Lichtblick ist auch hier das E-Paper, das um rund 5000 Exemplare auf 22.600 verkaufte Exemplare zulegt. 

Die Auflage der Bild (inkl. B.Z.) sinkt um rund 9 Prozent auf 1.468.027 Exemplare. In dem für die Bild zentralen Einzelverkauf hat sich der Auflagenverlust im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen leicht abgeschwächt, liegt aber immer noch bei 10,5 Prozent. 


Bei der Frankfurter Allgemeinen kann die auf 51.000 Exemplare gestiegene E-Paper-Auflage die Verluste der gedruckten Auflage noch nicht wettmachen: Unter dem Strich liegt die FAZ mit 4,9 Prozent im Minus. Bei der Süddeutschen Zeitung können die E-Paper (76.000/+10.000 Stück) die abschmelzende Printauflage dagegen schon fast ausgleichen. Insgesamt sinkt die Auflage der SZ um knapp 2 Prozent auf 326.611 Exemplare. 

Auflage der Publikumszeitschriften sinkt um 6 Prozent

Die Publikumszeitschriften liegen von Juli bis September mit insgesamt 81,3 Millionen Exemplaren durchschnittlich pro Erscheinungstag um 6,1 Prozent unter Vorjahr. Zur Abmilderung des Minus tragen einmal mehr die E-Paper bei: Ihre Verkäufe steigen fast um 15 Prozent; allerdings erreichen sie damit erst einen Anteil von 1,6 Prozent. 

Der Spiegel kann seine Verkäufe mit 719.326 Heften gegenüber dem Vorjahresquartal einmal mehr leicht steigern (plus 0,4 Prozent). Bereits 14,6 Prozent davon sind digitale Festbezüge, ihre Zahl steigt um stolze 41 Prozent auf 104.850 Stück. Der Gesamt-Einzelverkauf schwächelt weiter (minus 5,8 Prozent), doch die viel gewichtigeren Abos steigen dank der E-Papers sogar um 2,7 Prozent.

Der Stern sinkt mit 9,5 Prozent auf 466.019 Hefte nur noch einstellig. Die Abos gehen dabei um 7,8 Prozent auf 157.352 Hefte zurück (davon immerhin schon 7 Prozent E-Paper), die Einzelverkäufe um 15 Prozent auf 127.035 Stück. Die Focus-Verkäufe sinken um 11,6 Prozent auf 364.254 Hefte – vor allem wegen stark reduzierter Bordexemplare (auf immer noch 64.903). Die Abos steigen wegen rund 8000 neuer Mitgliederhefte um 3,1 Prozent, die Einzelverkäufe sinken auf niedrigem Niveau um 12,7 Prozent auf nur noch 50.344 Stück. 

Eine geringere (oder gar keine) Rolle als bei den nachrichtlichen und politischen Magazinen und (Wochen-) Zeitungen spielen die E-Paper bei vielen unterhaltenden Zeitschriften – hier zeigt sich der Print-Rückgang in den Auflagen meist deutlicher. Der Programmie-Millionär TV 14 etwa büßt 4,2 Prozent ein und verkauft "nur" noch 1,87 Millionen Hefte alle zwei Wochen. In einer prozentual ähnlichen Größenordnung verliert Hörzu (minus 3,6 Prozent auf 914.181 Hefte). Die Brigitte-Verkäufe sinken um 8 Prozent auf 341.806 Hefte – auch, aber nicht nur wegen einer reduzierten Bordauflage. Die Bunte allerdings kann ihre Abos auch ohne nennenswerte E-Paper-Auflage leicht steigern – um 8 Prozent auf 91.268 Hefte. Wegen sinkender Einzelverkäufe geht der Gesamtabsatz indes um 1,3 Prozent auf 444.268 Stück zurück. dh/rp

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