IVW 3/2018

Handelsblatt, Zeit und FAS stemmen sich gegen den Abwärtstrend

Zeitungen werden im Schnitt 39 Minuten gelesen
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Zeitungen werden im Schnitt 39 Minuten gelesen
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Auch wenn die Auflagen der Zeitungen weiter auf breiter Front sinken, gibt es Titel, die sich erfolgreich gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmen. So konnten im 3. Quartal das Handelsblatt, Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung ihre Auflagen stabil halten oder zumindest minimal steigern. Deutlich im Minus liegt erneut die Bild. 
So steigerte das Handelsblatt seine verkaufte Auflage in den vergangenen drei Monaten um knapp 2 Prozent auf 124.308 Exemplare. Zu dem Plus hat vor allem die elektronische Ausgabe beigetragen: Die E-Paper-Auflage stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um fast 10.000 auf 54.260 Exemplare. Auch die Abo-Auflage liegt leicht im Plus. 


Recht erfolgreich sind auch die großen Wochenzeitungen, die vor allem am Wochenende gelesen werden: Die Zeit steigerte ihre verkaufte Auflage leicht auf 492.311 Exemplare, vor allem durch ein Plus um rund 5000 Abos (338.546 Ex.), während der Einzelverkauf weiter einbrach. 

Auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung konnte ihre verkaufte Auflage im 3. Quartal auf 252.223 Exemplare ausbauen - unter anderem durch mehr Bordexemplare, aber auch durch eine Steigerung der Abo-Auflage auf 160.385 Exemplare (+1 Prozent). 


Das war es dann aber auch schon mit den positiven Ausnahmen bei den überregionalen Zeitungen. Vor allem die Tageszeitungen müssen mit weiter abschmelzenden Auflagen leben. Am heftigsten trifft es einmal mehr die Bild, deren Auflage um knapp 10 Prozent auf 1.612.335 Exemplare sinkt (inkl. B.Z. und Fußball-Bild). Der Einzelverkauf des Flaggschiffs von Axel Springer geht um 12 Prozent zurück. Die werktägliche Auflage der Schwesterzeitung Welt (inkl. Welt kompakt) sinkt um rund 5 Prozent auf noch 161.792 Exemplare. 

Die Auflage der Frankfurter Allgemeinen geht um rund 3 Prozent auf 238.438 Exemplare zurück, wobei das Minus durch eine Ausweitung Bordexemplare noch leicht abgebremst wurde. Die Auflage verkaufte Auflage der Süddeutschen Zeitung sinkt um knapp 5 Prozent auf 333.204 Exemplare, vor allem weil die Zahl der Abos um rund 4 Prozent zurückgegangen ist.

Die Auflage der taz, deren Geschäftsführer zuletzt laut über eine Einstellung der gedruckten Auflage unter der Woche nachgedacht hat, ist im 3. Quartal mit 48.609 Exemplaren unter die Marke von 50.000 Exemplaren gerutscht - ein Minus um rund 5 Prozent. Der Einzelverkauf lohnt sich für die linksalternative Tageszeitung ohnehin kaum noch: Am Kiosk gingen zuletzt nur noch 2.745 Exemplare über die Ladentheke. dh

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