IVW 2/2018

Viel Schatten und ein paar Lichtblicke

Die Auflagen der meisten Zeitschriften sinkt - aber es gibt Ausnahmen
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Die Auflagen der meisten Zeitschriften sinkt - aber es gibt Ausnahmen
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Die Print-Auflagen sind wenig überraschend weiter auf breiter Front rückläufig. Das zeigen die aktuellen IVW-Zahlen für das 2. Quartal. Aber es gibt nach wie vor Titel, die gegen den Trend zulegen.
Aber zunächst der Blick auf die großen Titel: Der Spiegel muss bei der verkauften Auflage ein Minus von 7,9 Prozent auf noch 704.656 Exemplare wegstecken. Vor allem der Einzelverkauf ist ist mit einem Minus von 11 Prozent weiterhin stark rückläufig, aber auch die Zahl der Bordexemplare wurde um fast ein Viertel zurückgefahren.


Etwas verlangsamt hat sich der Sinkflug des Focus, der bei einem Minus von 4,6 Prozent noch auf eine verkaufte Auflage von 417.759 Exemplaren kommt. Bei den Abos konnte das Flaggschiff von Hubert Burda Media dagegen leicht zulegen. 

Der Stern muss kurz vor seinem 70. Geburtstag ein zweistelliges Minus um 11,4 Prozent auf noch 528.860 Exemplare verkraften. Auch bei dem Traditionstitel von Gruner + Jahr ist vor allem der Einzelverkauf mit einem Minus um rund 20 Prozent dabei der größte Faktor, aber auch die Zahl der Abos ging um rund 9 Prozent zurück. 


Zwei weitere Titel machen Gruner + Jahr derzeit mehr Freude: Das Frauenmagazin Barbara von und mit Barbara Schöneberger kann seine Auflage um knapp 5 Prozent auf 110.064 Exemplare ausbauen. Auch Dr. von Hirschhausens Stern Gesund Leben liegt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 54.210 verkauften Exemplaren mit 128 Prozent klar im Plus. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal, als die Auflage nach der Neupositionierung mit 204.787 Exemplaren durch die Decke gegangen war, sind die Zahlen aber wieder deutlich gesunken. Man darf gespannt sein, auf welchem Niveau sich die Auflage schließlich einpendelt.

Handelsblatt legt bei den Tageszeitungen gegen Trend zu

Auch bei den überregionalen Tageszeitungen dominieren die roten Zahlen. Die Auflage der Bild (inklusive B.Z. und der Sport Bild) sinkt um 8 Prozent auf 1,64 Millionen Exemplare. Ohne die B.Z. liegt die gemeinsame Auflage von Bild und Sport Bild noch bei 1,55 Millionen Exemplaren. 

Bei den bundesweiten Abo-Zeitungen liegt die Süddeutsche Zeitung mit einer verkauften Auflage von 343.540 Exemplaren (-4,1 Prozent) in Führung. Die Frankfurter Allgemeine liegt stabil bei 237.780 Exemplaren (-1,2 Prozent), Die Welt (inkl. Welt Kompakt) verkauft unter der Woche 164.441 Exemplare (-4,1 Prozent). Gegen den Trend zulegen kann einmal mehr nur das Handelsblatt, das eine verkaufte Auflage von 128.033 Exemplaren erzielt (+1,5 Prozent). Die taz kommt auf eine verkaufte Auflage von 49.737 Exemplaren (-2,4 Prozent), Neues Deutschland auf 24.477 Stück (-6,4 Prozent). 

Relativ stabil sind die Auflagen der Sonntags- und Wochenzeitungen - mit einer Ausnahme: Die "Bild am Sonntag" liegt mit einer verkauften Auflage von 
831.442 mit 9,1 Prozent im Minus. Die Auflage der Zeit ist mit 495.838 Exemplaren stabil (-0,5 Prozent), auch die Welt am Sonntag, die nur noch gemeinsam mit der wochentäglichen Welt ausgewiesen wird, kommt ebenfalls auf konstante 355.869 Exemplare. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung kann ihre Auflage um 2 Prozent auf 256.065 Exemplare steigern und ist damit der große Gewinner unter den wöchentlich erscheinenden Zeitungen. dh
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