IVW 1/2019

Spiegel und Zeit steigern Abos dank ihrer Digitalausgaben

Der Spiegel steigert seine Abo-Zahlen
© Jürgen Herschelmann
Der Spiegel steigert seine Abo-Zahlen
Bescheidendes Ostergeschenk für den Pressemarkt: Die Verkäufe der Wochenzeitungen drehen im 1. Quartal 2019 ins Plus, die Publikumsmagazine können ihr Minus senken. Einzig bei den Tageszeitungen vertiefen die neuen IVW-Zahlen die Sorgenfalten.

Die Tageszeitungen verkauften von Januar bis März durchschnittlich pro Erscheinungstag 15,3 Millionen Exemplare. Mit einem Minus von 4,6 Prozent fällt der Rückgang im Vergleich zum 1. Quartal 2018 etwas stärker als zuvor aus – trotz um 12,6 Prozent gestiegener E-Paper-Verkäufe. Bild (inklusive BZ) verliert mit 8,9 Prozent nicht mehr zweistellig und landet bei 1,48 Millionen verkauften Heften. Die Süddeutsche Zeitung büßt 4,1 Prozent ein und verkauft montags bis samstags jeweils noch 338.001 Exemplare, die FAZ nun 230.311 Stück (minus 4 Prozent).



Bei der Welt steht werktags gar ein Minus von 27,6 Prozent – was sich zum einen mit radikal gekürzten Sonderverkäufen zugunsten der WamS erklärt, zum anderen damit, dass Axel Springer bei den Abos (minus 17 Prozent) nicht die Digitalausgaben pusht, sondern sein Bezahlangebot Welt Online. Dieses zählt aber extra – und weist im Quartalsschnitt mittlerweile fast 100.000 Abos aus. (Mehr dazu in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 16/2019 vom 18. April sowie am Dienstag nach Ostern auf HORIZONT Online).

Die Wochenzeitungen verzeichnen mit insgesamt 1,7 Millionen verkauften Exemplaren ein Auflagenplus von 2,7 Prozent, die E-Paper darunter um 23,6 Prozent. Speziell die Zeit kann sowohl ihre Einzelverkäufe als auch (dank Digital) ihre Abos leicht steigern und erreicht nunmehr insgesamt 498.929 Verkäufe. Platzhirsch Bild am Sonntag dagegen verliert 8,8 Prozent und verkauft nur noch 741.159 Hefte.


Die Publikumszeitschriften liegen mit 83 Millionen Exemplaren um 4,7 Prozent unter Vorjahr. Damit rutscht die Quartalsminusrate seit über einem Jahr erstmals unter 5 Prozent. Die E-Paper-Verkäufe steigen um 16,7 Prozent. Der Spiegel hält seine Verkäufe mit 701.337 Heften fast stabil (minus 1 Prozent). Der Einzelverkauf schwächelt zwar (minus 7,6 Prozent), doch die gewichtigeren Abos steigen dank der digitalen Festbezüge sogar um 2,2 Prozent. Die Focus-Verkäufe sinken um 12 Prozent auf 373.847 Hefte – vor allem wegen reduzierter Bordexemplare. Abo und Kiosk sinken nur niedrig einstellig. Härter trifft es den Stern: Er verliert mit jetzt 476.097 verkauften Heften trotz verdoppelter Sonderverkäufe 11,7 Prozent Auflage, am Kiosk sogar fast ein Fünftel. rp

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