Interview mit VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer

"Der Markt für Onlinewerbung ist in eine komplette Schieflage geraten"

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 VDZ-Chef Stephan Scherzer
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VDZ-Chef Stephan Scherzer
Am Dienstag präsentierte VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer die Zahlen der Zeitschriftenbranche für 2020 - der Umsatz ging um 6,9 Prozent zurück, dafür geht es mit Paid Content rasant nach oben. Im Interview mit HORIZONT spricht Scherzer über die Macht der US-Plattformen, den Zustand des Verbands - und eine mögliche Rückkehr von Gruner + Jahr in den VDZ-Fachverband für Publikumszeitschriften.

Herr Scherzer, muss man sich nach 13 Monaten Corona langsam Sorgen um die deutsche Zeitschriftenbranche machen - oder ist noch alles halbwegs im grünen Bereich?
Es ist wirklich beeindruckend, wie die Menschen in unserer Branche diesen unglaublichen Stresstest gemeistert haben. Die hohen Vertriebserlöse in Print und Digital sind das Rückgrat der Verlage. Dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, neue Geschäftsmodelle aufzubauen, gibt den Häusern zusätzlich Stabilität. Aber die Branche hat aufgrund der Pandemie auch massive Rückgänge im Bahnhofsbuchhandel, an den Flughäfen, bei Veranstaltungen und im Werbegeschäft. Insgesamt sank der Umsatz der Zeitschriftenbranche 2020 um 6,9 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro.


Die Gefahr, dass die über Jahrzehnte gewachsene Zeitschriftenkultur ernsthaft Schaden nimmt, sehen Sie also nicht?
Die Verlage haben sich in der Coronakrise bewährt und einen guten Job gemacht. Alarm schlagen muss man aber in der Politik, weil weder ein Belastungs-Moratorium eingehalten wurde noch ein Ende der negativen Regulierungen abzusehen ist. Und das bereitet mir durchaus große Sorgen.

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