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Diese Serien sollten Sie im Mai auf dem Schirm haben

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Jim Parsons spielt in "Hollywood" den legendären Agenten Henry Willson
© Netflix
Jim Parsons spielt in "Hollywood" den legendären Agenten Henry Willson
Im Wonnemonat Mai lockt normalerweise der Frühling nach draußen, wegen der anhaltenden Corona-Pandemie gelten allerdings nach wie vor Kontaktbeschränkungen. Gut, dass man bei Netflix, Amazon Prime Video, Sky, Joyn & Co. auch im neuen Monat wieder aus dem Vollen schöpfen kann - zumal für fast jeden Geschmack etwas dabei ist: Von der historischen Miniserie "Hollywood" über Comedy wie "Space Force" und "Der Beischläfer" bis hin zu abgedrehten Zukunftsvisionen wie "Upload" oder der düsteren Endzeit-Actionserie "Snowpiercer". Das sind unsere Streaming-Tipps für den kommenden Monat.

1.

"Hollywood"

Jim Parsons außerhalb seiner Paraderolle als Sheldon Cooper aus "The Big Bang Theory" zu sehen, ist für die meisten wohl ziemlich ungewohnt. Doch die letzte Staffel der Kult-Sitcom ist mittlerweile gelaufen - höchste Zeit für Parsons, sich neuen Rollen anzunehmen. So wie jene in der neuen Netflix-Miniserie "Hollywood". Darin erzählen Ryan Murphy und Ian Brennan von einer Gruppe aufstrebender Schauspielerinnen, Schauspieler und Filmemacher nach dem Zweiten Weltkrieg in Hollywood, die um jeden Preis den großen Durchbruch schaffen wollen.


Der Zuschauer bekommt in den sieben Episoden durch die nicht weniger als zwölf Hauptfiguren einen tiefen Einblick hinter die Kulissen des goldenen Zeitalters von Hollywood. Dabei kommt nach und nach ein unfaires System voller Vorurteile in Bezug auf Herkunft, Geschlecht und Sexualität ans Licht, das seine Wurzeln schon lange vor der #MeToo-Bewegung und dem Prozess gegen Filmmogul Harvey Weinstein hat. Diese jahrzehntelang geltenden Machtverhältnisse enthüllt "Hollywood" auf genauso provokante wie prägnante Weise und zeigt, wie es in der Unterhaltungsbranche aussehen würde, wenn alles etwas anders gelaufen wäre. Die Serie ist ab 1. Mai abrufbar. 

2.

"Space Force" 

Wie "Stromberg" in Uniform: So ähnlich muss man sich die neue Netflix-Comedyserie "Space Force" vorstellen. Der 4-Sterne-General Mark R. Naird (Steve Carell) strebte eigentlich von höheren Weihen bei der US-Air Force. Doch dann wird ihm die Leitung der Space Force übertragen - einer neuen Teilstreitkraft der US-Armee, die die Vorherrschaft der USA im All sichern soll. Also zieht Naird mit seiner Familie auf einen abgelegenen Militärstützpunkt in Colorado, wo er sich mit einem bunt zusammengewürfelten Team aus Wissenschaftlern und Militärpersonal eine neue Weltraummission vorbereiten soll. 


"Space Force" stammt von Steve Carell und Greg Daniels, den Schöpfern der US-Version von "The Office", die in den USA 2018 mit Abstand die meistgesehene Serie bei Netflix war und demnächst exklusiv zu dem neuen Streamingdienst Peacock von NBC wechselt. Netflix hofft mit der Militär-Variante der Workplace-Comedy offenbar auf einen ähnlichen Erfolg, wie auch der hochkarätige Cast zeigt: Neben Carell gehören unter anderem John Malkovich, Lisa Kudrow ("Friends"), Jimmy O. Yang ("Silicon Valley"), Ben Schwartz ("Parks and Recreation") und Noah Emmerich ("The Americans") zum den Darstellern der Serie, die am 29. Mai bei Netflix online geht. 

3.

"Upload"

Die Science-Fiction-Comedy-Serie "Upload" spielt in einer nahen Zukunft, in der es nicht nur selbstfahrende Autos, Lebensmittel aus dem 3D-Drucker und Hologramm-Telefone gibt, sondern auch die Möglichkeit, sein Leben nach dem Tod in einer virtuellen Welt fortzusetzen. Für diese Möglichkeit entscheidet sich nach einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto überstürzt der junge Entwickler Nathan (Robbie Amell) - und landet in "Lakeview", einem luxuriösen virtuellen Jenseits. Das Leben in der künstlichen Umgebung hat allerdings seine Tücken. Bei der Eingewöhnung hilft ihm der Kundenservice-"Engel" Nora (Andy Allo), die für Nathan schon bald zu einer Vertrauten wird. 

"Upload" stammt von dem mehrfach Emmy-prämierten Autor Greg Daniels, der unter anderem "The Office" und "Parks and Recreation" produziert hat. Er beschreibt "Upload" als Mischung aus Sci-Fi, Comedy, Mystery und Romance: "Ich gehe davon aus, dass wir uns eines Tages tatsächlich in eine virtuelle Existenz hochladen können und dann Banner-Anzeigen und Pop-ups für immer und ewig genießen können", so Daniels. Die Serie ist ab dem 1. Mai bei Amazon Prime Video verfügbar. 



4.

"Temple"

Der erfolgreiche Londoner Chirurg Daniel Milton gründet nach einer persönlichen Tragödie gemeinsam mit dem Tunnelarbeiter Lee eine illegale Klinik in den Katakomben der Londoner U-Bahn. Dort behandelt er Patienten, die sich keine Versorgung durch das offizielle Gesundheitssystem leisten können oder wollen: Obdachlose, illegale Einwanderer, vor allem aber Kriminelle. Nicht nur die stetige Gefahr, aufzufliegen, stellt Milton und sein Team vor Herausforderungen - der Arzt verfolgt noch eine andere, brandgefährliche Mission.

Die britische Sky-Eigenproduktion basiert auf der norwegischen Serie "Valkyrien". Sky beschreibt "Temple" als "packenden Mix aus Medicial Drama und Crimeserie". Neben Hauptdarsteller Mark Strong ("Sherlock Holmes", "Kingsman: The Secret Service", "1917") gehören unter anderem die aus "Game of Thrones" bekannte Schauspielerin Carice van Houten und Daniel Mays zum Cast. Die Serie ist ab dem 30. April bei Sky Ticket, Sky Go und über Sky Q verfügbar. Parallel dazu ist die Serie immer donnerstags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky Atlantic HD zu sehen. 

5.

"Snowpiercer"

In der nahen Zukunft ist die Erde nach dem gescheiterten Versuch, den Klimawandel zu stoppen, vollständig von einem Eispanzer bedeckt. Die wenigen Überlebenden fahren ununterbrochen mit dem "Snowpiercer", einem überlangen Zug mit einer unerschöpflichen Energiequelle durch die unendlichen Eiswüsten. Dabei sind die Menschen an Bord streng in zwei Klassen unterteilt: Während die Menschen im vorderen Zugteil im Luxus schwelgen, haust die Unterschicht eng zusammengepfercht am hinteren Ende des Zugs unter unwürdigen Bedingungen. Mehrere Aufstände wurden bereits brutal niedergeschlagen. Nach einer erneuten Bestrafungsaktion erheben sich die Unterdrückten und versuchen den vorderen Teil des Zuges zu stürmen. 

Der Endzeit-Film "Snowpiercer" von "Parasite"-Regisseur Bong Joon-ho aus dem Jahr 2013 ist hierzulande vor allem eingefleischten Science-Fiction-Fans ein Begriff - im Herkunftsland Südkorea des Regisseurs war der Film dagegen ein Riesenhit. Nun hat TNT aus dem Film eine Serie gemacht. Vorbild für den Film und die Serie ist der französische Graphic Novel "Le Transperceneige". Showrunner der Serie ist Graeme Manson, der die preisgekrönte Science-Fiction-Serie "Orphan Black" produziert hat. Zum Cast der Serie gehören unter anderem Daveed Diggs und Jennifer Connelly. "Snowpiercer" soll im Mai bei Netflix online gehen - den genauen Starttermin hat der Streamingdienst noch nicht bekannt gegeben. 

 

6.

"Dispatches from Elsewhere"

In der Mystery-Serie "Dispatches from Elsewhere" finden vier scheinbar ganz gewöhnliche Menschen zusammen, die eines gemeinsam haben: Alle haben das Gefühl, dass in ihrem Leben etwas fehlt. Alle vier bekommen mysteriöse Botschaften, in denen sie aufgefordert werden, Aufgaben zu erfüllen. Doch was steckt dahinter? Ein Spiel? Ein geheime Regierungsorganisation? 

Als Inspiration für die Serie diente der Dokumentarfilm "The Institute" über ein Alternate-Reality-Spiel, an dem sich 2008 in San Francisco zeitweise bis zu 10.000 Menschen beteiligten. Produziert wurde "Dispatches from Elsewhere" von Pay-TV-Sender AMC ("Breaking Bad", "The Walking Dead"). In den Hauptrollen sind unter anderem Jason Segel, Sally Field, Richard E. Grant und André Benjamin zu sehen. Die Serie ist ab dem 8. Mai bei Amazon Prime Video verfügbar. 

7.

"Der Beischläfer" 

Die Hauptrolle in dem Amazon-Original "Der Beischläfer" spielt Markus Stoll alias Harry G
© Amazon Prime Video
Die Hauptrolle in dem Amazon-Original "Der Beischläfer" spielt Markus Stoll alias Harry G
Eigentlich glaubt Charlie Menzinger (Markus Stoll) seit dem Unfalltod seiner Frau nicht mehr an Gerechtigkeit - entsprechend wenig begeistert ist der Automechaniker, als er zum Schöffen ans Amtsgericht München berufen wird. Doch die frisch aus Berlin in die bayerische Landeshauptstadt versetzte Richterin Julia Kellermann lässt nicht mit sich reden. Also fügt sich Menzinger in sein Schicksal und versucht, die Urteile der Kammer in seinem Sinne zu beeinflussen. Denn shnell merkt er, dass der neue Nebenjob für ihn und seinen Kumpel Xaver auch gewisse Vorteile mit sich bringen. 

Der Hauptdarsteller der neuen Amazon-Comedy-Serie Markus Stoll ist in Bayern auch bekannt als grantelnder Komiker Harry G. Zum Cast von "Der Beischläfer gehören außerdem Helmfried von Lüttichau ("Hubert und Staller"), Lisa Bitter ("Tatort", "Die Goldfische") und der aus den kongenialen Verfilmungen der Rita-Falk-Krimis bekannte Daniel Christensen ("Leberkäsjunkie"). Autor der Serie, die ab dem 29. Mai bei Amazon Prime Video online geht, ist Murmel Clausen, der auch die Drehbücher für den Weimarer "Tatort" mit Christian Ulmen und Nora Tschirner verfasst. 

8.

"Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers"

Kostja Ullmann spielt die Hauptrolle in "Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers" bei Joyn
© Joyn
Kostja Ullmann spielt die Hauptrolle in "Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers" bei Joyn
Wer schon mal mit Uber gefahren ist, weiß, dass die Fahrer des Vermittlers häufig ein ganz besonderer Schlag Mensch sind. Das ist bei Ben (gespielt von Kostja Ullmann) aus der neuen Joyn-Plus+-Dramedy "Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers" (Produzent u.a.: "Jerks"-Star Fahri Yardim) nicht anders. Die Hauptfigur ist Mitte dreißig, aber noch nicht wirklich in seinem Leben angekommen. Nach einigen Fehlschlägen hält sich Ben mittlerweile als Uber-Fahrer über Wasser. Doch anstatt seine eigenen Probleme in den Griff zu kriegen, bekommt er in der Serie auch noch die seiner Fahrgäste dazu.

Das Besondere an der Joyn-Serie, die am 28. Mai startet: Egal wer auf dem Rücksitz seines Autos Platz nimmt, alle bringen ihre skurrilen Geschichten mit und katapultieren Ben in ihre chaotische Welt. Und als wäre das alles nicht schon nervenaufreibend genug, wird der Protagonist auch noch zum ersten Mal Vater. Problem nur: Ben will sich in seiner Vorfreude so gar nicht damit abfinden, dass die Mutter des Kindes (Claudia Eisinger) nichts mehr von ihm wissen will.

Zusammengestellt von David Hein und Tim Theobald
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