Special

OMG-Deutschlandchef Paul Remitz: "Wir müssen als Branche eine Diskussion führen, wie wir wieder einen stärkeren Fokus auf die kognitive Wirkung von Werbung legen können.“
Omnicom Media Group
HORIZONT Kongress

So sieht die Agenda der Media-Networks aus

OMG-Deutschlandchef Paul Remitz: "Wir müssen als Branche eine Diskussion führen, wie wir wieder einen stärkeren Fokus auf die kognitive Wirkung von Werbung legen können.“
Sie schmieden die Kommunikationsstrategien der großen Werbungtreibenden, sie bewegen die Budgets, die den gesamten Markt zusammenhalten: die Mediaagenturen. Beim HORIZONT Kongress diskutieren vier Top-Managerinnen und -Manager großer Netzwerke die aktuellen Trends im Mediageschäft: Georg Berzbach (Dentsu), Petra Gnauert (IPG Mediabrands), Paul Remitz (Omnicom Media Group) und Karin Ross (GroupM).
von Klaus Janke Dienstag, 05. April 2022
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Es gibt ziemlich viel Gesprächsstoff im Medialager: Wie stellen sich Medianetzwerke organisatorisch am besten auf? Wie kann die interne Kooperation verbessert werden? Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Media- und Kreativagenturen? Hinzu kommen immer neue Herausforderungen durch neue Kanäle und Technologien, andauernd entsteht neuer Handlungsbedarf. Zudem drücken weiterhin Grundsatzfragen: Wie vergleicht man die Werbewirkung verschiedener Kanäle? Nach welchen Kriterien bewertet man den Werbeerfolg? Und vor allem: Übertreiben wir es mit der Performance-Orientierung?


Paul Remitz, CEO der Omnicom Media Group Germany, hat dazu kürzlich in einem HORIZONT-Interview sehr deutlich Stellung bezogen: „Es war definitiv ein Fehler, Transaktions-KPIs zum alleinigen Maßstab für Werbewirkung erhoben zu haben! Der Wert von Kommunikation bemisst sich in Wahrheit nicht nur nach Klicks. Deshalb ist meine Meinung: Wir müssen als Branche eine Diskussion führen, wie wir wieder einen stärkeren Fokus auf die kognitive Wirkung von Werbung legen können.“ Laut Remitz braucht es ein „ganzheitliches Messsystem über Kanäle und Touchpoints hinweg, um die Frage zu beantworten: Wie schaffen wir mehr Relevanz für die Konsumenten und welche Rolle spielen dabei Umfeld und Content?“ Die Einschätzung hat umso mehr Gewicht, als Remitz einer der erfahrensten und wirkungsmächtigen Manager der deutschen Mediazunft ist: Der ehemalige Media Director Kraft Foods arbeitete acht Jahre lang als Deutschlandchef von Mediacom. 2018 wechselte er in derselben Funktion zur Agenturgruppe OMG Germany und führt damit Agenturen wie OMD, PHD und Hearts&Science.
Petra Gnauert, CEO DACH IPG Mediabrands: „Wir haben schon jetzt eine sehr große Diskussion im Markt, wie viel TV-Share wir unseren Kunden noch empfehlen können."
© IPG Mediabrands
Petra Gnauert, CEO DACH IPG Mediabrands: „Wir haben schon jetzt eine sehr große Diskussion im Markt, wie viel TV-Share wir unseren Kunden noch empfehlen können."
Mit Remitz diskutieren beim HORIZONT Kongress weitere hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter der Medianetzwerke. Petra Gnauert ist im April 2021 als CEO DACH für IPG Mediabrands und damit für Agenturen wie UM, Initiative und Magna angetreten. Davor war sie viele Jahre für die Publicis Group tätig, unter anderem als CEO ZenithOptimedia sowie als COO und ab November 2019 als CEO von Publicis Media. Auch Gnauert fand Anfang des Jahres in einem HORIZONT-Interview klare Worte, was aktuelle Mediathemen angeht – etwa zum Stellenwert personalisierter Werbung: „Wenn wir ehrlich sind, müssen wir doch alle zugeben, dass das in der Vergangenheit bei Weitem nicht so gut funktioniert hat, wie es angepriesen war. Wir müssen aufpassen, die Branche nicht weiter zu verunsichern.“ Oder zur Verteilung der Bewegtbild-Etats: „Wir haben schon jetzt eine sehr große Diskussion im Markt, wie viel TV-Share wir unseren Kunden noch empfehlen können. Diese Frage steht im Raum, das sollten die TV-Vermarkter nicht unterschätzen.“
GroupM-Deutschlandchefin Karin Ross: „Für eine Agentur ist daher die Fähigkeit entscheidend, schnell Wissen aufbauen zu können.“
© GroupM
GroupM-Deutschlandchefin Karin Ross: „Für eine Agentur ist daher die Fähigkeit entscheidend, schnell Wissen aufbauen zu können.“
Bei der GroupM Germany, zu der Agenturen wie Mediacom, Mindshare, Wavemaker und Essence gehören, ist seit Februar 2020 Karin Ross als CEO am Steuer. Zuvor leitete sie als COO gemeinsam mit dem Management-Team das operative Geschäft der GroupM in Deutschland. Ross kennt die Agenturgruppe gut: Sie ist bereits seit 2009 in diversen leitenden Positionen bei GroupM tätig, darunter als Chief Investment Officer. Ross weiß um die Herausforderungen, die die steigende Komplexität des Geschäfts mit sich bringt: „Wir sind im Media-Business ständig mit neuen Themen, neuen Technologien, neuen Playern und einem sich rasant verändernden Medien-Nutzungsverhalten konfrontiert“, sagte sie im Januar gegenüber HORIZONT. „Für eine Agentur ist daher die Fähigkeit entscheidend, schnell Wissen aufbauen zu können.“ Ein entscheidender Faktor sei dabei die interne Kooperation: „Wie arbeiten wir zusammen, wie schaffen wir es, Expertise zu skalieren? Neben den starken Kunden-Teams in den einzelnen Agenturen bauen wir deshalb sehr konsequent Experten-Teams auf, die für die ganze Gruppe arbeiten.“
Georg Berzbach, CEO Media Dentsu Germany: „Für mich ist der Fokus auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines der zentralen Themen, die mich wirklich umtreiben."
© Raimar von Wienskowski
Georg Berzbach, CEO Media Dentsu Germany: „Für mich ist der Fokus auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines der zentralen Themen, die mich wirklich umtreiben."
Große Umstrukturierungsarbeiten stehen aktuell bei Dentsu Germany an. Die Zahl der Agenturmarken wird reduziert, Media und CRM sollen stärker integriert werden: „Unser Thema heißt radikale Kollaboration“, sagt Georg Berzbach, CEO Media der Agenturgruppe. Darüber hinaus wird extern nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für die als CEO ausgeschiedene Ulrike Handel gesucht. Berzbach, von vielen als logischer Kandidat gehandelt, hat an dem Posten kein Interesse: „Ich bin ein Mann fürs Operative“, erklärte er im Februar im HORIZONT-Interview. Berzbach wechselte nach Stationen unter anderem bei Zenithmedia und OMG Germany 2011 zur GroupM Germany und verantwortete dort als COO den gesamten Einkauf. Zuletzt war er als Global CIO (Chief Investment Officer) für GroupM Connect tätig, bevor er im August 2020 seinen jetzigen Posten bei Dentsu antrat. Hier hat er nicht zuletzt seine Teams im Blick: „Für mich ist der Fokus auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines der zentralen Themen, die mich wirklich umtreiben“, betont er. Daher legt Dentsu in diesem Jahr „das größte Mitarbeiter-Programm unserer Geschichte auf, das eine Vielzahl von Coachings, Trainings und Weiterbildungs-Angeboten beinhaltet.“

Die Diskussionrunde der Media-Protagonisten wird von Jürgen Scharrer, Chefreporter von HORIZONT, moderiert.
Der HORIZONT Kongress
Der HORIZONT Kongress findet am 30. Juni und 1. Juli 2022 im Gesellschaftshaus im Palmengarten in Frankfurt statt. Ein umfangreiches Clean & Safe-Konzept sorgt für die Sicherheit der Gäste vor Ort. Gleichzeitig lässt sich der Kongress live als Stream im Internet verfolgen. Einer der Höhepunkte ist die Verleihung des HORIZONT Award an die Männer und Frauen des Jahres 2021. Alle Informationen gibt es auf der Website des HORIZONT Kongresses. Der Preis für die Teilnahme beträgt zum Early-Bird-Tarif 840 Euro (zzgl. MwSt.). Inbegriffen sind die Teilnahme am HORIZONT Kongress und am HORIZONT Award. Live-Streaming-Tickets sind zum Preis von 365 Euro (zzgl. MwSt.) erhältlich. Darin enthalten sind der Zugang zu den Vorträgen per Live-Stream, die Teilnahme an Q&A und Umfragen sowie der Download-Zugang zu allen freigegebenen Präsentationen der Referenten und Sponsoren nach der Veranstaltung. Veranstalter des HORIZONT Kongress 2022 sind HORIZONT und dfv Conference Group.

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