Hackerangriffe

LKA schließt Zusammenhang von Cyberattacken auf drei Medienhäuser aus

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Auch Medienhäuser müssen sich vor Cyber-Angriffen schützen
© Pete Linforth auf Pixabay
Auch Medienhäuser müssen sich vor Cyber-Angriffen schützen
Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen sehen derzeit keinen Zusammenhang zwischen drei Cyberangriffen auf Medienhäuser in den vergangenen Monaten. Das LKA, das zu einem Hackerangriff im April auf die Madsack Mediengruppe mit Sitz in Hannover ermittelt, teilte am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: "Grundsätzlich prüft das LKA immer Zusammenhänge mit ähnlich gelagerten Taten. Ein möglicher Zusammenhang zu den Attacken auf die Funke Mediengruppe und auf die Energy-Radiokette kann nach bisherigem Ermittlungsstand allerdings ausgeschlossen werden."

Man gehe weiteren Ermittlungsansätzen nach, ergänzte das LKA, machte mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen aber keine näheren Informationen. Ein Sprecher der Madsack Mediengruppe teilte mit, man arbeite wieder im Normalbetrieb. "Zur Klärung der Hintergründe des Cyberangriffs stehen wir nach wie vor in engem Austausch mit dem LKA und den Datenschutzbehörden. Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir diesbezüglich momentan keine näheren Angaben machen." 


In der vergangenen Woche war die private Energy-Radiokette mit Sitz in Berlin Opfer eines Hackerangriffs geworden - deshalb konnte das lokale Programm in Hamburg nicht ausgespielt werden. Bereits im Dezember hatte sich ein Cyberangriff auf die Funke Mediengruppe mit Sitz in Essen ereignet. Funke hat wie Madsack zahlreiche Regionalzeitungen in mehreren Bundesländern im Portfolio. 

Die Auswirkungen der Hacker-Attacke vor einer Woche auf die Energy-Radiokette sind inzwischen zum großen Teil behoben, wie die Radio NRJ GmbH am Mittwoch mitteilte. Das Lokalprogramm in Hamburg läuft wieder. Noch bis Dienstag musste auf den Sendeplätzen auf das bundesweite Programm des Unternehmens ausgewichen werden. 

Die Programm-Managerin bei Energy Hamburg, Anna Ehle, sagte: "Nun ist der Großteil der Schäden des Hackerangriffs behoben und wir sind wieder wie gewohnt mit unserem lokalen Programmangebot on air. Allerdings nutzen wir dazu aus Sicherheitsgründen diese Woche noch Technik anderer Standorte bis alle Systeme in Hamburg wieder stabil laufen."  Eine Sprecherin der Funke Mediengruppe teilte auf Anfrage zur Situation in dem Medienhaus nach der Attacke im Dezember mit: "Wir spüren keine Auswirkungen mehr - im Gegenteil: Durch die Krise konnten wir in kürzester Zeit einen gewaltigen Modernisierungsschub für unsere gesamte IT-Landschaft erzielen." Im nächsten Schritt gehe es darum, verstärkt in das Bewusstsein der Mitarbeiter zu investieren, "um sie zu Sensoren für digitale Gefahren zu machen". dpa

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