Günther Jauch, Kai Diekmann & Co

Prominente Medienmacher fordern Erhalt von WDR-Geschichtssendung

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WDR-Intendant Tom Buhrow
© WDR/Herby Sachs
WDR-Intendant Tom Buhrow
In dieser Woche soll der Programmausschuss des WDR-Rundfunkrats das Aus für die WDR-2-Geschichtssendung "Stichtag" beschließen. Doch gegen die Einstellung des Formats regt sich Widerstand. In einem offen Brief fordern rund 100 Medienschaffende, Politiker und Historiker den Erhalt des WDR-Aushängeschilds.
Zu den Unterzeichnern des Appells, der heute als ganzseitige Anzeige im Kölner Stadt-Anzeiger erscheint, gehören prominente Medienmacher wie Günther Jauch, Kai Diekmann, der den Brief in seiner Funktion als Vorsitzender des Freundeskreises Yad Vashem unterschrieben hat, Autor Micky Beisenherz, der ehemalige Spiegel-Korrespondent Hasnain Kazim, Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer, der djv-Vorsitzende Frank Überall sowie zahlreiche Politiker und Historiker wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Ruprecht Polenz oder Alexander Graf Lambsdorff. Addressiert ist der offene Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow und Programmdirektorin Valerie Weber.
„In Zeiten von Fake-News, Verschwörungsfantasien und wachsender Demokratieverachtung wirken 'Stichtag' und 'Zeitzeichen' der gefährlichen Geschichtsvergessenheit entgegen.“
Auszug aus dem offenen Brief
Die Unterzeichner betonen in dem Brief unter anderem die Bedeutung von historischem Wissen in Zeiten, in denen Verschwörungstheorien Hochkonjunktur haben: "Einen Sinn für das 'Früher', für die Wurzeln unserer Gegenwart, egal ob in Politik, Kultur, Musik, Sport oder Technik brauchen wir mehr denn je. In Zeiten von Fake-News, Verschwörungsfantasien und wachsender Demokratieverachtung wirken 'Stichtag' und 'Zeitzeichen' der gefährlichen Geschichtsvergessenheit entgegen."

Außerdem fürchten die Unterstützer der Aktion durch das Ende von "Stichtag" auch eine Schwächung der anderen Geschichtssendung "Zeitzeichen". Die Sendung stehe finanziell "auf schwachen Beinen". Nur weil die Autorinnen bislang beide Sendungen parallel produzieren, könnten sie Radio von höchster Qualität liefern. Falle die eine Sendung weg, müsse auch die andere leiden. "Wir fürchten: Das ist der Anfang vom schleichenden Ende des 'Zeitzeichens'".  
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Die Unterzeichner appellieren daher an die WDR-Verantwortlichen, "diese beiden Leuchttürme" des öffentlich-rechtlichen Radios zu bewahren. "Beide Sendungen gehören zu den Kronjuwelen des WDR - mit Radiopreisen überhäuft, von den Höreren geliebt. So was gibt man nicht auf." Der Rundfunkrat wird voraussichtlich am Mittwoch die Einstellung von "Stichtag" beschließen. dh
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