Grundeinkommen trotz Corona

Patreon unterstützt Kreative nun auch in Deutschland

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Über die Kreativplattform Patreon können Künstler für besondere Inhalte Geld von ihren Fans erhalten
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Über die Kreativplattform Patreon können Künstler für besondere Inhalte Geld von ihren Fans erhalten
Nicht erst seit Beginn der Corona-Krise stehen viele Kreativschaffende vor dem Problem, dass sie von ihren Inhalten oftmals nur schlecht leben können. Die amerikanische Mitgliedschaftsplattform Patreon bietet Künstlern die Möglichkeit, ein regelmäßiges Einkommen durch Zahlungen in freiwilliger Höhe von ihrer Community zu erhalten. Die Fans bekommen für ihre finanziellen Beiträge Zugang zu Extra-Content der Creators. Ab sofort ist die Website auch auf Deutsch verfügbar.
Zu den auf Patreon vertretenen Künstlern zählen unter anderem Podcaster, Autoren, Musiker und Video-Creator. Viele von ihnen beklagen, dass durch das System der Wirtschaftlichkeit, die im Fall von Creators durch Klickzahlen und Reichweite generiert wird, die Qualität des kreativen Outputs in den Hintergrund gedrängt werde. 2013 gründete der Musiker Jack Conte daher Patreon, als "Plattform für einen Wandel in der Wertschätzung von Kreativität". Das Modell findet Anklang: Weltweit unterstützen momentan mehr als sechs Millionen sogenannte "Patrons" ihre Lieblingskünstler mit einem selbstgewählten monatlichen Beitrag und erhalten dafür im Gegenzug exklusive Inhalte oder spezielle Angebote. Das bisher ausschließlich englischsprachige Angebot ist nun auch auf Deutsch abrufbar.

Nach Großbritannien ist Deutschland aktuell der zweitgrößte europäische Markt für Patreon. "Mit dem heutigen Launch in deutscher Sprache geht Patreon konsequent den nächsten Schritt, um die weltweite Vernetzung von Kreativen und deren Fans weiter zu fördern und auszubauen", sagt Ronny Krieger, General Manager Europe. "Patreon hat für Kreative jeglicher Kunstform bereits vor Covid-19 zwingend Sinn gemacht. Vergleichbar mit einem nach oben offenen Grundeinkommen, erlaubt die monatliche Unterstützung planbare Freiräume für das kreative Schaffen, unabhängig von Gigs und Veröffentlichungen", so Krieger.

Das derzeit zwölfköpfige Berliner Team will auch die Lokalisierung weiterer europäischer Märkte vorantreiben. Neben Marketing-Experten arbeiten bei Patreon vor allem auch Mitarbeiter, die sich um die Anliegen der Kreativen auf der Mitgliederplattform kümmern. Hauptansprechpartnerin für Creator im deutschsprachigen Raum ist Sarah Kockler.

Insgesamt sind global mehr als 200.000 Kreative auf Patreon aktiv. Zu deutschen Mitglieder zählen unter anderem die Musikerin Judith Holofernes, die Comedian Hazel Brugger, die Band "Einstürzende Neubauten" sowie die Erklärfilm-Experten von "Kurzgesagt" – die weltweit betrachtet mit zu den erfolgreichsten Kreativen auf der Plattform gehören.

Eines der neuesten Patreon-Mitglieder ist die Berliner Musikerin, Filmemacherin und Designerin Mogli. "Patreon gibt mir mehr kreative Freiheit. Die Arbeit, die Creator leisten, wird von ihren Fans wertgeschätzt, aber nicht von der Industrie. Ich möchte auf Patreon eine stärkere und ehrlichere Community aufbauen."

Schon seit Februar dieses Jahres war es für Kreative beim erstmaligen Anlegen ihres Patreon-Accounts möglich, auf die Währungen Euro und britische Pfund zuzugreifen und ihr Geschäft auf der Plattform in der jeweiligen Landeswährung zu führen. Seit August gilt die Wahlfreiheit zwischen den drei Währungen auch für bereits früher angemeldete Creator. Darüber hinaus können auch "Patrons" nun wählen, in welcher Währung sie ihre kreativen Favoriten unterstützen wollen - unabhängig von deren Standardwährung. Neben Euro, britischen Pfund und US-Dollar sollen in den kommenden Monaten weitere Währungen folgen.
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